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Hildisrieden

Polit. Gem. LU, Amt Sursee. 1173 Hiltensrieden. 1798 560 Einw.; 1816 701; 1850 666; 1900 535; 1950 793; 1970 906; 2000 1'675. Latènezeitl. Grabfunde, röm. Kalkbrennöfen. Mehrere Güter waren in Klosterbesitz; sie gehörten mehrheitlich zum Meierhof Sempach bzw. im 14. und 15. Jh. zum Kloster St. Blasien. Die Meierhofvogtei (Niedergericht) blieb auch in Luzerner Zeit in H. bestehen. Teile der Gem. gehörten zur Genossenschaft Gundoldingen. Die erste Kapelle, eine Filiale von Kirchbühl (Sempach), stammte vermutlich aus dem 14. Jh. (Turm 1421, Ausbau um 1630). H. wurde 1516 zur Kaplanei erhoben. Die ab dem 15. Jh. nachweisbare Marienwallfahrt wurde im 17. Jh. wiederbelebt. Die St.-Anna-Kapelle bei Tannen datiert von 1578. Traselingen und Omelingen gehörten zur Pfarrei Hochdorf, andere Höfe zu Römerswil. 1799-1850 entstand in mehreren Schritten die Pfarrei H. Die heutige neugot. Kirche wurde 1902-05 erbaut. Der Weiler H. (im 16. Jh. nur vier Hofstätten), einer der Höfe am Berg, war bis zur Helvetik Teil des Berghofs bzw. des Amtes Rothenburg. Die Einzelhöfe waren z.T. in Zelgen organisiert; im 18. Jh. wurde der Flurzwang aufgehoben. 1798 kam H. zum Distrikt Sempach, 1799 teilte man den Steuerbrief Berghof (Römerswil, Rain und H. als Zentrum) in beschränkt autonome Munizipalitäten. 1803-14 bildete H. mit Rain, Römerswil und Neudorf den Gerichtsbezirk H., danach wurde es Sempach zugeteilt. 1836-38 erfolgte die definitive Teilung des Steuerbriefs; die Grenzen der Gem. entsprechen der 1804 festgelegten Pfarreigrenze. Infolge der günstigen Verkehrslage (im 17. und 18. Jh. Umfahrung der zollpflichtigen Baselstrasse, Wallfahrts- und Begegnungsort) beherbergt H. den wichtigsten Gasthof des Amtes. Der Feldgrasbau (Viehzucht) war lange vorherrschend; vom 18. Jh. an wurden auch Obstkulturen angelegt. Ab 1950 gewann die Schweinemast an Bedeutung. Nach 1960 entwickelte sich H. rasch zur Wohngemeinde.


Literatur
Kdm LU 4, 1956, 229-237
– F. Glauser, J.J. Siegrist, Die Luzerner Pfarreien und Landvogteien, 1977
– A. Bachmann, H. bis zur Helvetik, 1985
– G.P. Marchal, Sempach 1386, 1986
– A. Erzinger, «H. (Kirche)», in JHGL 6, 1988, 110 f.

Autorin/Autor: Waltraud Hörsch