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Geuensee

Polit. Gem. LU, Amt Sursee. Im Surental, bestehend aus dem Dorf G. und den Weilern Krummbach und Hunziken. 1217-22 de Geînwison. 1850 770 Einw.; 1900 517; 1950 751; 1980 1'202; 2000 1'946. Um 1300 waren das Dorf G. und der Hof Krummbach Bestandteil der habsburg. Verwaltungseinheit Sempach. Im Gefolge des Sempacherkrieges, spätestens aber nach 1416, wurden sie bis 1798 als Exklave der luzern. Vogtei Rothenburg unterstellt. Die Twingrechte, die bisher Thüring von Aarburg inne gehabt hatte, kamen 1429 durch Kauf an Luzern. Im 15. Jh. ist zusätzlich der Weiler Hunziken als Teil der Exklave G. erwähnt. Nach dem Zusammenbruch des Ancien Régime kam G. mit Krummbach und Hunziken vorerst zum helvet. Distrikt, dann zum Amt Sursee. G. war von altersher Teil der Pfarrei Sursee und konstituierte sich erst 1944 als eigenständige Kirchgemeinde. Die 1935-36 erbaute Kirche ist Niklaus von Myra geweiht. Die Kapelle St. Niklaus im Dorf G. wurde 1576 erbaut; die Wandmalereien stammen aus dem 16. und 17. Jh., die beiden Tafelzyklen aus dem 18. Jh. Ebenfalls 1576 wurde die St.-Wendelins-Kapelle in Krummbach errichtet. Das Dreizelgendorf G. bildete einen genossenschaftl. Verband, dessen Organisation im 16. Jh. erstmals in einem Libell schriftlich festgehalten wurde. Es galt Realrecht; 1729 wurde die Zahl der Hausgerechtigkeiten auf 59 festgelegt. Im Gefolge der Helvetik löste sich dieser Verband durch Teilung der Gemeingüter auf. Bis um 1970 blieb G. stark von der Landwirtschaft und vom Kleingewerbe geprägt. Der Bau der Autobahn A2 mit Anschluss an Sursee veränderte das Gesicht der Gem. in den letzten zwei Jahrzehnten des 20. Jh. massgebend. Neue Wohnsiedlungen entstanden. 2000 arbeiteten gut zwei Drittel der in G. wohnhaften Erwerbstätigen ausserhalb der Gemeinde.


Literatur
Kdm LU 4, 1956, 202-211
– F. Glauser, J.J. Siegrist, Die Luzerner Pfarreien und Landvogteien, 1977
– G. Carlen, «Denkmalpflege im Kt. Luzern», in JHGL 13, 1995, 60-66

Autorin/Autor: Walter Frey