08/11/2005 | Rückmeldung | PDF | drucken

Eich

Polit. Gem. LU, Amt Sursee, am östl. Ufer des Sempachersees gelegen. 1045 Heiche, 1173 Eiche. Um 1695 ca. 330 Einw.; 1850 551; 1900 434; 1950 521; 2000 1'256. Belegt sind jungstein- und bronzezeitl. Siedlungreste, eisenzeitl. Grabhügel sowie ein röm. Gutshof bei Wiesen. 1275 ist ein Leutpriester nachgewiesen. Im MA bestanden Güterzusammenhänge mit dem Meierhof Sempach. Kirchensatz und Gerichte gehörten um 1306 den Habsburgern, die Kirche und Twing 1393 der Badener Burgkaplanei inkorporierten. Der Leutpriester bzw. Pfarrer war bis 1559 zugleich Twingherr. Nach 1415, v.a. nach 1474, wurde die Kollatur bis 1567 von den acht alten Orten als Vögten von Baden ausgeübt, danach von Luzern. E. zählte um 1306 zum Amt Sempach, nach 1415 zum Michelsamt und kam im 16. Jh. zum Eiamt (Teil des Michelsamts, ab 17. Jh. eigener Steuerbrief). Seit 1798 gehört es zum Gerichtskreis Sempach. 1819 wurde ein eigener Steuerbrief ausgeschieden. Die Grenzziehung zwischen Pfarrei und Gem. wurde 1730 sowie zwischen 1807-73 bereinigt und eine Surseer Exklave im Norden integriert. Neubauten der Kirche St. Laurentius erfolgten um 1418, um 1500 und 1807-08. In der Gem. herrschte Feldgraswirtschaft und Obstbau vor. 1572 fand die Waldteilung statt, 1586 die Einhegung aller Zelgen. Pfarrer Jost Ludwig Alois Schindler (1756-93) setzte Agrarreformen durch. Als Etappenort der Baslerstrasse war E. bis 1765 Standort einer Kurierstation und einer Fuhrhalterei. 2000 stellte der 1. Sektor 13%, der 3. knapp die Hälfte der Arbeitsplätze in E. Seit dem Bau des A2-Teilstücks Sursee-Emmen (1981 Untertunnelung von E.) nimmt die Wohnbevölkerung zu.


Literatur
Kdm LU 4, 1956, 196-201
– F. Glauser, J.J. Siegrist, Die Luzerner Pfarreien und Landvogteien, 1977, 132 f.
– C. Meyer-Freuler, «Neuere Forsch. zur röm. Villa “Wiesen”, Gem. E.», in JHGL 8, 1990, 35-47
– A. Ineichen, Innovative Bauern, 1996

Autorin/Autor: Waltraud Hörsch