• <b>Gisikon</b><br>Das Gefecht vom 23. November 1847 während des Sonderbundskriegs. Holzschnitt, der am 17. April 1848 in der Nummer 14 der "Züricher Freitags-Zeitung" als Beilage erschien (Schweizerische Nationalbibliothek). Holzschnitt und Kommentar geben die Ereignisse aus der Perspektive der Sieger wieder. Die Zeitung ehrt die Mitbürger, die sich beim Sturm auf die Brücke von Gisikon – in der Bildlegende fälschlicherweise als Gislikon bezeichnet – unter dem Befehl des Zürcher Obersten und Regierungsrats Paul Karl Eduard Ziegler, Befehlshaber der 4. eidgenössischen Division, erfolgreich schlugen.

Gisikon

Polit. Gem. LU, Amt Luzern-Land. G. liegt im Reusstal an der alten Landstrasse nach Zürich und ins Freiamt. Um 1270 Gisinkon. 1798 111 Einw.; 1850 153; 1900 144; 1950 185; 1990 625; 2000 847. G. und Honau waren ursprünglich wohl freie Höfe. Der Twingverband G.-Honau entwickelte sich zur Niedergerichtsvogtei, die vermutlich kurz nach 1300 dem Amt Habsburg einverleibt wurde. Möglicherweise war sie ein habsburg. Lehen. Bis um 1365 im Besitz der Herren von Baldegg, gelangte die Vogtei über die Herren von Hünenberg an die Fam. Hertenstein und 1403 an die Fam. von Moos. 1422 kaufte sie die Stadt Luzern. G. unterstand vermutlich ab 1406 der Luzerner Hochgerichtsbarkeit (1423 Offnung). Die Gem. gehört zum Pfarrsprengel Root und ist seit dem 19. Jh. auch dem Primarschulkreis Root angeschlossen. Die ins Freiamt führende, strategisch wichtige und wiederholt umkämpfte Brücke von G. wurde 1432 als gedeckte Holzbrücke angelegt und in den 1480er Jahren, um 1715 sowie 1854 nach dem Brückenkampf im Sonderbundskrieg jeweils neu errichtet. Seit 1934 besteht eine Betonbrücke. 1432-1848 befand sich an der Brücke eine Zollstelle, die mit einem Tavernenrecht verbunden war. Auch der Schiffsverkehr wurde kontrolliert. Für seinen Einsatz im Kampf gegen den Bauernaufstand erhielt der Verband G.-Honau 1653 Zoll- und Steuerprivilegien. Die beiden Dörfer, die 1798 als getrennte Munizipalitäten der Gemeindeverwaltung von Root einverleibt worden waren, wählten 1814-31 einen gemeinsamen Ammann. Ab 1819 wurden getrennte Waisenverwaltungen eingeführt. G. hatte an der Reuss Wuhrpflicht. Um 1805 besass die Gem. einen hohen Anteil an vermögenden Bauern und einen Müller, während heute eine Vielfalt von Gewerbe- und Dienstleistungsbetrieben das wirtschaftl. Leben prägen. Nachdem 1986 die A14 eröffnet worden war, liessen sich vermehrt Zuzüger in G. nieder, wodurch sich der Anteil der Wegpendler auf rund vier Fünftel der Erwerbstätigen im Wohnort erhöhte.

<b>Gisikon</b><br>Das Gefecht vom 23. November 1847 während des Sonderbundskriegs. Holzschnitt, der am 17. April 1848 in der Nummer 14 der "Züricher Freitags-Zeitung" als Beilage erschien (Schweizerische Nationalbibliothek).<BR/>Holzschnitt und Kommentar geben die Ereignisse aus der Perspektive der Sieger wieder. Die Zeitung ehrt die Mitbürger, die sich beim Sturm auf die Brücke von Gisikon – in der Bildlegende fälschlicherweise als Gislikon bezeichnet – unter dem Befehl des Zürcher Obersten und Regierungsrats Paul Karl Eduard Ziegler, Befehlshaber der 4. eidgenössischen Division, erfolgreich schlugen.<BR/>
Das Gefecht vom 23. November 1847 während des Sonderbundskriegs. Holzschnitt, der am 17. April 1848 in der Nummer 14 der "Züricher Freitags-Zeitung" als Beilage erschien (Schweizerische Nationalbibliothek).
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Literatur
– A.P. Segesser, Rechtsgesch. der Stadt und Republik Luzern 1, 1850-58, 529-532
– K. Lütolf, Pfarrgesch. von Root, 1908
Kdm LU 1, 1946, 297-299
– H. Wicki, Bevölkerung und Wirtschaft des Kt. Luzern im 18. Jh., 1979
– M. Körner, Luzerner Staatsfinanzen 1415-1798, 1981

Autorin/Autor: Waltraud Hörsch