30/03/2004 | Rückmeldung | PDF | drucken | 

Dierikon

Polit. Gem. LU, Amt Luzern, an der Verkehrsachse Luzern-Cham im Rontal gelegen. Um 1270-80 Dierinkon. 1456 ca. 50 Einw.; um 1695 ca. 170; 1798 194; 1816 366; 1850 304; 1900 304; 1950 359; 1970 387; 2000 1'279. Um 1300 gehörte die hohe und niedere Gerichtsbarkeit über D. als Teil des Amts Meienberg den Habsburgern. Ab Mitte des 14. Jh. war D. dem habsburg., ab 1386/94 dem luzern. Amt Rothenburg zugeteilt. 1528 ist der Twing D. belegt. 1798-1803 gehörte D. zum Distrikt Luzern (1798-1800 bei Root eingemeindet), 1803-14 zum Amt Hochdorf, seither zum Amt Luzern. D. war stets Teil der Pfarrei Root. Die erste bekannte Kapelle wurde 1675 erbaut, 1862 durch einen neugot. Bau ersetzt und 1972 mit einer Kirche ergänzt. Der Junkersitz Götzental wurde 1584 von Jost Pfyffer (gestorben 1584) im Bauernhaus-Stil errichtet und erhielt 1662 eine freistehende Kapelle. Er kam in den Besitz von Vinzenz Rüttimann und ist seit 1919 Fideikommiss der Schwytzer von Buonas.

Die Gem. lag in der Feldgraswirtschaftszone, die Allmend wurde 1592 aufgeteilt. Bis ins 20. Jh. existierte Vieh- und Milchwirtschaft. Ein Wirtshaus wird 1533 genannt. Die seit 1548 bestehende Mühle diente im 2. Villmergerkrieg den Aufständischen als Treffpunkt. Vom 16./17. Jh. bis Anfang des 20. Jh. wurden Steinbrüche ausgebeutet. Erst spät setzte die Entwicklung einer dörfl. Infrastruktur ein (1969 Primarschule). Seit den 1970er Jahren siedelten sich Industrie, Gewerbe und Grossmärkte an (u.a. Elektronikfirmen und Betriebszentrale der Migros Genossenschaft Luzern). Die Gem. gehört heute zur Luzerner Agglomeration.


Literatur
Kdm LU 1, 1946, 240-247
Beitr. zur Heimatkunde des Kt. Luzern 1, 1947, 53-55

Autorin/Autor: Waltraud Hörsch