27/01/2003 | Rückmeldung | PDF | drucken | 

Buchrain

Polit. Gem. LU, Amt Luzern. Umfasst das Strassendorf B. auf dem Hundsrüggen zwischen Reuss und Rontal sowie den Weiler Leisibach und die Industriesiedlung Perlen. 1257 Buochren. Um 1695 198 Einw.; 1798 234; 1850 312; 1900 750; 1950 1'127; 1970 2'741; 2000 4'976. B. war einer der Meierhöfe im Besitz des Klosters Murbach-Luzern, deren murbach. Anteil 1291 an Habsburg verkauft wurde. 1395/1415 von Luzern erworben, gehörte B. bis 1798 zur Landvogtei Rothenburg. Der Kirchensatz der Pfarrei B. (1257 erstmals genannt, Patrozinium St. Agatha und St. Jakob) gehörte zum murbach. Meierhof B. und kam mit diesem an Luzern. Die 1748 neu errichtete Pfarrkirche wurde 1932-33 umgebaut und nach dem Bau einer neuen kath. Kirche 1970-72 der ref. Kirchgemeinde überlassen. 1936 erfolgte die Abtrennung der Pfarrei Perlen. 1759 verlieh die Obrigkeit ein Tavernenrecht. Im 18. Jh. wurde von der Zelgenwirtschaft auf eine intensivere Wechselwirtschaft (Feldgrasbau) umgestellt. Die Genossen der Gem. B. besassen im 18. Jh. Schifffahrtsrechte auf der Reuss (sog. Niederwässerrechte), wo zudem etwas Gold gewaschen wurde. Der Korporation B. (als Realkorporation belegt seit dem frühen 15. Jh.) oblag die aufwendige Wuhrpflicht an der Reuss; dafür wurde die Gem. 1520 von der Amtssteuer befreit. Bei Altweg führte vom SpätMA bis ins 20. Jh. eine Fähre über die Reuss. Um die 1872 gegr. Papierfabrik Perlen entstand ein neuer Siedlungsschwerpunkt. 1907 erfolgte der Bau der Reussbrücke bei Perlen. 1928 wurde die Autobuslinie Luzern-B.-Perlen in Betrieb genommen. Aus dem einstigen Bauerndorf B. (1856 bestanden zwei Käsereien) entwickelte sich eine Industrie- und Wohngem. der Agglomeration Luzern. 1990 waren 3% der in B. Erwerbstätigen im 1. Sektor, deren 56% im 3. Sektor beschäftigt. Mit 81% war der Anteil der Wegpendler an der Wohnbevölkerung auffallend hoch.


Literatur
Beitr. zur Heimatkunde des Kt. Luzern 2, 1946
– A. Müller, Fs. B. 1257-1957, Ms., 1957, (StALU)

Autorin/Autor: Stefan Jäggi