23/06/2009 | Rückmeldung | PDF | drucken

Adligenswil

Polit. Gem. LU, Amt Luzern, mit dem zwischen Dietschiberg und Dottenberg gelegenen Dorf A. sowie den Hofsiedlungen Dottenberg und Stuben. 1243 Adelgeswiler. Um 1695 252 Einw.; 1798 433; 1850 608; 1888 540; 1900 575; 1950 712; 2000 5'010.

Der Meierhof A. wurde 1291 durch das elsäss. Kloster Murbach an Habsburg verkauft und 1395/1406 von Luzern erworben. Bis 1798 war A. Teil der Landvogtei Habsburg. Der Kirchensatz (Martinspatrozinium, 1257 erw.) samt Grosszehnt und Bodenzinsen gehörte stets zum Bauamt des Klosters bzw. Stifts Luzern. 1674 erhielt A. einen eigenen Vikar; 1861 wurde es zur selbstständigen Pfarrei. Die 1605 umgebaute Pfarrkirche erhielt durch den Neubau von 1825-27 ihre heutige Gestalt. Die neugot. Kapelle St. Jost in Dottenberg wurde 1863 erbaut. Die Korporation A. bildete eine Geschlechtergenossenschaft mit fünf nutzungsberechtigten Fam. Die rechtl. Verhältnisse des Hofs A. wurden durch ein Hofrecht aus der 2. Hälfte des 14. Jh. festgelegt. Eine darin erw., später jedoch abgegangene Mühle wurde 1561 neu eingerichtet. In der landwirtschaftl. Nutzung herrschte die Viehwirtschaft vor.

Nach 1970 wandelte sich A. von einem stark auf Viehwirtschaft und Obstbau ausgerichteten Dorf mit 57% der Beschäftigten (1965) im 1. Sektor zu einer modernen Vorortsgem. der Stadt Luzern mit noch 8% Arbeitsplätzen im 1., aber 60% im 2. Sektor (1990). Die verbesserte verkehrstechn. Erschliessung (seit 1925 Postautolinie) durch den Einbezug A.s in das Busnetz der Stadt Luzern (1976-77) führte zur Ansiedlung von Gewerbe, Industrie (1976 Pressedruckzentrum Ringier) und Dienstleistungsbetrieben (1985 Marktforschungsinst. DemoScope). Der Pendleranteil stieg auf 73% Weg- und 68% Zupendler (1990). In den 1970er Jahren war A. die am stärksten wachsende Gem. des Kt. Es entstanden versch. neue Wohnquartiere um den alten Dorfkern und als Folge ein Oberstufen-Schulzentrum für den Schulkreis A.-Udligenswil (1980).


Literatur
Kdm LU 1, 1946, 230-236
Beitr. zur Heimatkunde des Kt. Luzern 1, 1947
– F. Glauser, J.J. Siegrist, Die Luzerner Pfarreien und Landvogteien, 1977

Autorin/Autor: Stefan Jäggi