Römerswil

Politische Gemeinde LU, Amt bzw. Wahlkreis Hochdorf. Die Gem. mit vielen Einzelhöfen und den Weilern Nunwil, Ludige, Huwil, Niffel, Tempikon und Williswil berührt sowohl das Seetal als auch die Höhe der Erlosen und umfasst seit 2005 auch die ehemalige Gemeinde Herlisberg. 1064 Regenfridswile, 1270 Remerswil. 1798 1'185 Einw.; 1850 1'189; 1900 851; 1950 1'153; 2000 1'229. Röm. Siedlungsfunde. R. lag im Gebiet der Genossenschaft Berghof. In Ludiswil befand sich das Dinggericht. Vom 12. Jh. bis 1423 besass das Schaffhauser Kloster Allerheiligen den Dinghof Nunwil, Vogtei und Gerichte wurden von den Herren von Baldegg ausgeübt. Der Hof Ludigen war eine Twingherrschaft der Propstei Beromünster und einer der wenigen Twinge im Berghof. Er unterstand der Blutgerichtsbarkeit von Rothenburg und war 1805-19 eine Exklave der Gem. Beromünster. Nach der Aufteilung des Berghofs 1799 kam R. zum Distrikt Sempach und 1803 zum Amt Hochdorf. 1838 entstand die polit. Gem. R. Die Pfarrei R. erstreckt sich über die Gem. hinaus: 1807 erhielt sie mit Abtretungen an Rain und Hildisrieden sowie dem Zugewinn von Hochdorf neue Grenzen und wurde 1946-47 auf das Dorf Herlisberg ausgedehnt. Der Kirchensatz erscheint seit dem 14. Jh. bei den Johannitern von Hohenrain. 1807 übernahm ihn der Kanton, der ihn 1918 der Gem. abtrat. Die Kaplanei wurde 1462 gestiftet und 1643 erneuert. Kirchenbauten sind für 1508-09 und 1880-82 (St. Bartholomäus) sowie 1565-66 (Rochuskapelle) bekannt. R. lag im Einzugsbereich der Stiftsschule Beromünster und hatte seit dem 17. Jh. einen Schulbetrieb. In Nunwil wird 1300 und 1331 sowie im 16.-17. Jh. eine Mühle erwähnt. Die restl. Gewerbeentwicklung erfolgte wie im übrigen Berghof aufgrund des städt. Monopols spät. Im 18.-19. Jh. existierten eine Baumwollspinnerei und eine Strohflechterei. Zu Beginn des 21. Jh. prägten v.a. Milchwirtschaft und Schweinehaltung die Gem. (2005 ca. 51% der Arbeitsplätze im 1. Sektor). 2000 arbeiteten ca. 68% der erwerbstätigen Bevölkerung auswärts, v.a. in Hochdorf, während der Anteil an Zupendlern bei etwa 13% lag.


Literatur
Kdm LU 6, 1963, 237-240
– F. Glauser, J.J. Siegrist, Die Luzerner Pfarreien und Landvogteien, 1977, v.a. 164-166

Autorin/Autor: Waltraud Hörsch