17/06/2014 | Rückmeldung | PDF | drucken

Bachs

Polit. Gem. ZH, Bez. Dielsdorf. Dorf mit zwei Kernen, die seit dem Dorfbrand von 1763 als Alt- und Neubachs bezeichnet werden und in der Talmulde des Fisibachs liegen. Kurz vor 1100 Fusebach, Fuisipach, 1384 Obern Fisibach (Altbachs). 1467 11 Haushalte mit 36 Erwachsenen; 1634 391 Einw.; 1836 596; 1850 617; 1900 533; 1950 433; 2000 577. Zur älteren Siedlungslandschaft gehören u.a. die Höfe Hodleten (1277 erw.) und Mulflen (1428 erw.), die Keller- (1150, unsicher) und die Talmühle (vor 1535). An der Grenze zum Kt. Aargau liegen die Burgstellen Waldhausen und Ruebisberg sowie die im MA bewohnte und befestigte Felsbalm Erdmannliloch. Frühe Grundbesitzer waren die Gf. von Nimburg, die um 1150 das Schaffhauser Kloster Allerheiligen mit einer Güterschenkung bedachten, geistl. Grundherren u.a. St. Agnes in Schaffhausen, das Grossmünster und St. Blasien. Hoch- und zur Hälfte auch niedergerichtl. gehörte B. zur Herrschaft Regensberg, mit welcher es 1409 von den Habsburgern zu Zürich kam (Landvogtei Regensberg). Andernteils war der Bf. von Konstanz Gerichtsherr. Die Höfe Ruebisberg und Tal lagen im Neuamt. 1798 kam B. zum helvet. Distrikt Bülach. Die um 1370 erw. Kirche B. war eine Filiale von Steinmaur. 1714 wurde ein neues Gotteshaus erbaut, 1730 ein Pfarrer eingesetzt. Die Kollatur besass der Zürcher Rat. Die kommunale Entwicklung dokumentieren u.a. eine Dorfoffnung von 1509 und ein Einzugsbrief von 1590. Wegen der Allmendnutzung brachen zu Beginn des 17. Jh. Streitigkeiten zwischen Bauern und Taunern aus. Das Schadeninventar der Brandkatastrophe von 1763 gewährt Einblick in die bäuerl. Sachkultur. Um 1790 waren nur etwa 5-10% der Einw. in der textilen Heimindustrie beschäftigt. Die 1967 beschlossene Güterzusammenlegung hat zu einer gewissen "Ausräumung" der Landschaft geführt. 1969 erliess der Regierungsrat gegen den Willen der Gem. eine umfassende Schutzverordnung mit Naturschutz-, Landwirtschafts- und Bauzonen für ca. 1'000 Einw. 1980 nahm das Restaurant Neuhof B. einen alternativen Kulturbetrieb auf. Den ländl. Charakter hat B. bis 1990 teilweise bewahrt mit 39% Beschäftigten im 1. Sektor, aber bereits 62% Wegpendlern.


Literatur
– M. Leonhard, B. - aus der Gesch. eines Tales, 1995

Autorin/Autor: Martin Illi