Rain

Polit. Gem. LU, Amt Hochdorf. Die Gem. im ausgedehnten Einzelhofgebiet am Bergrücken nördlich von Rothenburg besteht aus dem Dorf R. und den Weilern Gundelingen, Rüti und Sandblatten. 1324 am Reine. 1798 620 Einw.; 1850 872; 1900 869; 1950 1'045; 2000 1'831. Zunächst war R. der Name eines Hofs, aus dem sich die Siedlung entwickelte. Um 1306 war R. dem habsburg. Amt Sempach zugeordnet und gehörte vom 14. Jh. bis 1798 zur luzern. Vogtei Rothenburg. Innerhalb der Vogtei war R. Teil der Genossenschaft bzw. ab 1780 des Steuerbriefs Berghof. Nach der Aufteilung des Berghofs 1799 kam R. zum Distrikt, später zum Amt Hochdorf. Die definitive Ausbildung der Gem. erfolgte 1838. R. war mit der Kapelle St. Jakobus der Ältere, die 1482 erbaut und im 17. und 18. Jh. mehrfach umgebaut wurde, nach Hochdorf kirchgenössig. Um 1571 entstand eine Messpfründe, die 1670/79 in eine Kuratkaplanei mit Tavernenrecht umgewandelt wurde. Ab 1808 bildete R. eine eigene Pfarrei und erhielt 1853-54 eine Pfarrkirche. Teile der Gem. gehören zu den Pfarreien Hochdorf und Römerswil. Seit der 2. Hälfte des 18. Jh. verfügt R. über eine Schule, seit 1902 über eine Sekundarschule. Landwirtschaftlich ist R. von Feldgraswirtschaft, Grossvieh- und Schweinehaltung geprägt. Im 16. Jh. wird erstmals eine freie Mühle erwähnt. Seit den 1960er Jahren nimmt die Bevölkerung zu und das Dorf R. wächst entlang der Strasse mit den Weilern Rüti und Sandblatten zusammen. 2000 arbeiteten 68% der erwerbstätigen Bevölkerung auswärts, v.a. in Luzern, 2005 stellten der 1. und der 2. Sektor in R. je 27% der Arbeitsplätze.


Literatur
Kdm LU 6, 1963, 229-236
– F. Glauser, J.J. Siegrist, Die Luzerner Pfarreien und Landvogteien, 1977
– X. Wey, R., einst und heute, 1834-1984, 1985

Autorin/Autor: Waltraud Hörsch