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Lieli (LU)

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Ehem. polit. Gem. LU, Amt Hochdorf, seit 2007 Teil der Gem. Hohenrain. Um 900 Lielae; im Volksmund auch "Nieli" (schon im 17. Jh.) genannt. 1678 258 Einw.; 1798 211; 1850 244; 1900 193; 1950 199; 1980 142; 2000 202. Bronzezeitl. Schwertklingenfund an Kult- oder Opferplatz. Die Herren von L. hatten im 13. und 14. Jh. ihren Sitz auf der Nünegg, heute eine markante Burgruine. Burg, Dorf und Twing bildeten als ihr Eigen eine Niedergerichtsherrschaft. Sie wurde in der 2. Hälfte des 14. Jh. an die Hürus von Schönau und nach 1386 an die Frh. von Grünenberg vererbt, die sie 1431 bzw. 1437 der Herrschaft Heidegg verkauften. L. war ab ca. 1300 Teil des Amtes Richensee, später Hitzkirch genannt, das 1803 zum Kt. Luzern kam. Kirchlich gehörte L. bis 1807 zu Hitzkirch, seither zu Kleinwangen. Um 1594 entstand die mit einer Bruderschaft verbundene Wendelinskapelle, die 1684 mit einem Bilderzyklus zum Leben des hl. Wendelin geschmückt und im 18. Jh. umgestaltet wurde. Im 19. Jh. zeitweise eigene Primarschule, heute gemeinsamer Schulkreis mit Sulz. Wald- und Allmendaufteilung 1775-1804 und 1800-11. Noch 2000 arbeiteten zwei Drittel der in L. Beschäftigten im 1. Sektor.


Literatur
– G. Carlen, «Der Wendelinszyklus von Kaspar Wolfgang Muos in der Kapelle L.», in UKdm 44, 1993, 195-210

Autorin/Autor: Waltraud Hörsch