18/01/2005 | Rückmeldung | PDF | drucken

Inwil (LU)

Polit. Gem. im Amt Hochdorf LU, im Reusstal an der Grenze zum Kt. Aargau. 1145 Ingenwilare. Um 1695 ca. 400 Einw.; 1798 670; 1837 1014; 1850 817; 1900 792; 1950 1'040; 2000 1'783. Auf dem Gemeindegebiet findet sich eine Burgstelle der Herren von Iberg. Das Gebiet von I. gehörte mit der Kirche, einigen freien Höfen und vermutlich der Gerichtsbarkeit zur Herrschaft der Frh. von Eschenbach. Bei Fahr, einem alten Reussübergang an der Seetalroute, liegen die Reste einer Siedlung (bewohnt vom 11. Jh. bis um 1200) und des 1309 zerstörten Städtchens Eschenbach, heute Alt-Eschenbach genannt. Am ersten Standort des Frauenklosters Eschenbach (1292-1308) befindet sich die aus dem 15. Jh. stammende und 1659-60 vergrösserte Kapelle St. Katharina, die ehemalige Klosterkirche. Die Pfarrkirche I. wurde vermutlich von den Freiherren gegründet. Nach dem Königsmord 1308 konfiszierten die Habsburger die Eschenbacher Besitzrechte, der Kirchensatz kam als Lehen an die Frh. von Aarburg, 1372 an die von Lütishofen, die ihn 1479 dem Stift Beromünster übertrugen (1480 inkorporiert, Nominationsrecht an Luzern, alle Rechte 1904-05 an die Gem.). Bis 1798 lag I. im Amt Rothenburg (Grundbesitzer war v.a. das Kloster Eschenbach), dann im Distrikt, ab 1803 im Amt Hochdorf. 1275 erfolgte die Weihe eines Kirchenbaus, 1777-78 wurde die Kirche neu gebaut, 1923 verlängert und 1978-80 restauriert. 1666 entstand eine Kaplanei. Die Gem. war ursprünglich ein reines Einzelhof- bzw. Feldgrasbaugebiet, das Dorf bei der Pfarrkirche entwickelte sich spät. Schon 1717 konnte im Sumpfgebiet der Reuss durch Meliorationen Kulturland gewonnen werden. Neben Kanalbauten entstanden im 19. Jh. Lehm- und Kiesgruben und 1860 bzw. 1874 zwei Ziegeleien. Der erste Beleg für den Schulunterricht datiert von 1642. Bis 1976 führte I. eine eigene Oberstufenschule (seither in Eschenbach). In der 2. Hälfte des 20. Jh. setzte dank dem Zuzug von auswärts arbeitenden Personen (v.a. in Perlen, Ebikon, Emmen, Luzern) ein reger Wohnungsbau ein.


Literatur
Kdm LU 6, 1963, 200-219
– F. Glauser, J.J. Siegrist, Die Luzerner Pfarreien und Landvogteien, 1977, 145 f.
– H. Wicki, Staat, Kirche, Religiosität, 1990
– J. Rickenbach, Alt-Eschenbach, 1995

Autorin/Autor: Waltraud Hörsch