26/11/2014 | Rückmeldung | PDF | drucken

Kappel am Albis

Polit. Gem. ZH, Bez. Affoltern, die am Fuss des Albis an der Grenze zum Kt. Zug liegt. Sie umfasst die ehemals zum Kloster Kappel gehörenden Hofsiedlungen K., Uerzlikon und Hauptikon sowie versch. Einzelhöfe. 1885 wurde ein Teil der Ortschaft Ebertswil von K. abgetrennt und Hausen am Albis zugeschlagen. Bis 1911 hiess die Gem. Kappel. 1185 de Capella. 1634 256 Einw.; 1799 438; 1850 743; 1900 697; 1950 676; 1980 567; 2000 865. Die ältesten archäolog. Funde betreffen einen bronzezeitl. Dolch in Uerzlikon und Spuren eines röm. Gutshofs an der Grenze zu Rifferswil. Die Geschichte des heutigen Gemeindegebiets ist eng mit dem Zisterzienserkloster Kappel verknüpft. Durch gezielte Erwerbungen verdichtete dieses bis gegen 1350 seinen eigenwirtschaftlich genutzten Besitz in der Umgebung, um ihn dann auch als Lehen auszugeben. Uerzlikon und wahrscheinlich auch Hauptikon entwickelten sich dagegen im HochMA zu Dörfern mit eigenen Zelgen. In K. wie in Uerzlikon besass das Kloster das Niedergericht. Mit der Kastvogtei gelangten diese Rechte 1309 von den Frh. von Eschenbach an Habsburg und von da an die von Hallwyl. 1415 erwarb Zürich das Hochgericht Affoltern, 1496 auch die faktisch bereits zuvor ausgeübte Klostervogtei. Nach der Reformation verwaltete die Stadt Zürich bis 1798 den ehem. Klosterbesitz als Klosteramt Kappel. 1527 übernahm die neu gebildete Kirchgem. K., zu der bis 1885 auch Ebertswil zählte, die Klosterkirche. 1529 und 1531 war K. Aufmarsch- bzw. Schlachtort in den nach ihm benannten Kriegen. 1835 gründeten die Gem. des Bez. Affoltern im ehem. Kloster ein Armenhaus, dem 1878 eine kant. Korrektionsanstalt und 1895 ein Krankenasyl angegliedert wurde. Noch zu Beginn der 1950er Jahre war K. eine landwirtschaftlich geprägte Gem., bevor sie sich dann zu einem Wohnort von Pendlern nach Zug und Zürich entwickelte.


Literatur
– P. Vogelsanger, Kurze Gesch. von Kappel, 1185-1985, 1985
– B. Schneider, Von den Klostergütern zur selbständigen Gem., 1988

Autorin/Autor: Martin Leonhard