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Hämikon

Polit. Gem., Amt Hochdorf LU. Am Westabhang des Lindenbergs. 924 Hamminchova. 1678 304 Einw.; 1850 588; 1900 383; 1950 351; 1960 297; 2000 444. Vermutlich übte Österreich hier um 1300 die hohe Gerichtsbarkeit aus. 1425-1803 gehörte H. zum Amt Hitzkirch in den Freien Ämtern, bei welchem bis 1798 die hohe und niedere Gerichtsbarkeit lag. 1803 kam H. mit dem Amt Hitzkirch zum Kt. Luzern. Das Dorf ist Teil des Pfarrsprengels Hitzkirch und besitzt seit 1950 eine Kapelle. Mit Müswangen hatte H. bis 1739 die Allmendgüter (und auch danach noch den Feldumgang), das Bürgerrecht und das Dorfrecht (1595 niedergeschrieben) gemeinsam. Zu einzelnen Güterausscheidungen zwischen den beiden Gem. kam es schon 1364, 1375 und 1671. Heute besitzt H. im Gebiet von Müswangen zwei Exklaven (Hämiker Berg). Wichtige Güterbesitzer waren die Deutschordenskommende Hitzkirch, ca. 1694-1773 die Luzerner Jesuiten (Höfe und Tavernenrecht) und als ihre Nachfolger die Herrschaft Heidegg. 1786-87 teilte H. - gefördert vom Landvogt - ein grosses Allmendstück auf. Um 1800 Baumwollspinnerei, im 19. Jh. Strohflechterei. Agrar. Schwerpunkte sind Viehzucht, Milchprodukte und Obstbau. 2002 legte H. die Gemeindeverwaltung mit Hitzkirch, Müswangen, Sulz und Retschwil zusammen (Verwaltungszentrum Hitzkirch-Plus).


Literatur
Kdm LU 6, 1963, 92
– A. Ineichen, Innovative Bauern, 1996, 181

Autorin/Autor: Waltraud Hörsch