24/10/2005 | Rückmeldung | PDF | drucken | 

Ermensee

Polit. Gem. LU, Amt Hochdorf, an der Verbindungslinie Lenzburg-Emmenbrücke in der Ebene zwischen Hallwiler- und Baldeggersee gelegen. 1036 Armense. 1678 411 Einw.; 1798 566; 1850 709; 1900 571; 1950 619; 2000 746. Röm. Gutshof auf dem Herrenberg. 1036 erscheint die curtis, später Meierhof, als ehem. lenzburg. Besitz erstmals beim Stift Beromünster. Hohe und niedere Gerichte gehörten bis 1798 dem Stift als Teil des Michelsamts, das Niedergericht versah ein eigener Meier oder Untervogt. Im 13. Jh. besassen die Herren von Lieli mehrere Güter in E. Ab 1425 war nur der Bereich des Dorfetters luzern. Exklave im Freiamt, während der weitere Twing- und Flurbereich bis 1803 dem Freiamt (Amt Richensee/Hitzkirch) unterstand. Der Meierhof wurde als Sennhof mit Mühle bewirtschaftet (1429 erw.).

E. gehört zur Pfarrei Hitzkirch. Die Jakobuskapelle von 1605-08 steht auf einem älteren Vorgängerbau vermutlich des 16. Jh. Sie enthält einen Flügelaltar mit einer bekannten Darstellung des Hühnerwunders aus der Jakobspilgerlegende (um 1600, 1980-81 restauriert). Die ursprüngl. Dreizelgenwirtschaft wurde im 19. Jh. allmählich durch Milchwirtschaft und Obstbau abgelöst. Der bis ins 19. Jh. betriebene Weinbau wurde 1967 wieder aufgenommen. Entlang dem Aabach befanden sich drei Mühlen: die untere war die Münsterer Meierhofmühle, die Obermühle, erstmals 1256 erwähnt, gehörte der Herrschaft Heidegg und die mittlere stammt aus dem 16. Jh. Die Gemeinde besass ein ausgedehntes Nutzungsrecht über den Beromünsterer Erlosenwald (Erlosen). 1723-1932 fanden in E. jährlich zwei Jahr- und Viehmärkte statt. Im 18. Jh. war eine Baumwollspinnerei in Betrieb. 1883 wurde E. durch die Seetalbahn erschlossen. 1849 ist ein Dorfbrand belegt. Geschütztes Ortsbild.


Literatur
– J. Lang, Gesch. von E. und Umgebung, 1927
Kdm LU 6, 1963, 39-44
– J. Egli, Der Erlosenwald, 1963

Autorin/Autor: Waltraud Hörsch