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Aesch (LU)

Polit. Gem. LU, Amt Hochdorf. Dorf am Hallwilersee, an der Strasse Luzern-Fahrwangen. Um 1150 Esche, 1184/90 Asce. 1678 176 Einw. (nur Oberaesch); 1701 380 Kirchgenossen (Pfarrei A.); 1798 584 Einw.; 1837 876; 1888 627; 1900 639; 1950 642; 1960 563; 2000 950. Ausgrabungen im Zielacher lieferten Funde aus der Jungsteinzeit, aus der kelt. und röm. Zeit und legten 33 Gräber eines um 600 n.Chr. angelegten Friedhofs frei. Wohl im 13. Jh. gründeten die süddt. Frh. von Krenkingen in ihrer Grundherrschaft die Kleinpfarrei A. Deren Rechte gelangten um 1270 an die Johanniterkommende Hohenrain. Die Gemarkung A. kam mit dem Amt Richensee 1415 an Luzern, 1425 an die gemeine Herrschaft Freie Ämter und 1803 an den Kt. Luzern. Die erstmals 1232 erw. Kirche (urspr. Johann-Baptist-, heute Luzia-Patrozinium) wurde 1791-97 neu erbaut. 1528-32 war A. vorübergehend ref. 1807 wurde das zuvor nach Hitzkirch kirchgenössige, oberhalb der Strasse gelegene Oberaesch der Pfarrei A. zugeschlagen. Auf Kosten des Ackerbaus dehnte sich im 17.-18. Jh. der Weinbau aus, ging jedoch im 19. Jh. zurück und verschwand, während Obstbau und Milchwirtschaft aufkamen. Die Fischerei spielte sich unter der Herrschaft Hallwil innerhalb der Fischergenossenschaft ab. Vorübergehend wurde Tabak- und Strohindustrie betrieben. Trotz der Ansiedlung kleinindustrieller Betriebe seit 1960 blieb A. gewerbl.-landwirtschaftl. geprägt. 1990 zählten 27% der Arbeitsplätze zum 1., 43% zum 2. Sektor.


Literatur
– F. Glauser, J.J. Siegrist, Die Luzerner Pfarreien und Landvogteien, 1977, 123 f.
– J. Bill, «Archäologie im Kt. Luzern 1992», in JHGL 11, 1993, 111 f.

Autorin/Autor: Bruno Häfliger