Romoos

Polit. Gem. LU, Amt Entlebuch. Das Einzelhofgebiet mit dem Haufendorf R. sowie den Weilern Lingetli, Bramboden und Holzwegen liegt an der Ostseite des Napfs zwischen der Gr. und Kl. Fontanne. 1084 Rommos (Kopie von 1608), 1275 Ronmos. 1745 771 Einw.; 1798 1'395; 1837 1'610; 1850 1'629; 1900 1'194; 1950 1'149; 2000 732. Die Pfarrei ist wahrscheinlich eine Stiftung der Frh. von Wolhusen. Die 1134 geweihte Kirche gelangte vor 1250 an den Zweig auf der äusseren Burg Wolhusen, der 1313 den Kirchensatz an Habsburg verkaufte, ihn aber bis 1370 als Lehen behielt. 1405 kam R. als Pfand, 1415 als Eigen an Luzern. 1635 stand Statthalter Johann Schumacher an der Spitze einer Volksbewegung gegen den Luzerner Rat. 1807 wurde die Korporationsgemeinde mit Gütern auf dem Gebiet der polit. Gemeinde Hasle, 1831 die polit. Gemeinde institutionalisiert. Die Pfarreigrenzen waren bis Anfang des 19. Jh. - mit Ausnahme einiger Höfe - mit den heutigen Gemeindegrenzen identisch. Nach den Abkurungen von 1808 kamen einige Höfe dazu, während andere an die Pfarrei Doppleschwand und an die neu gegr. Pfarrei Menzberg gingen. 1927 löste sich Bramboden von der Pfarrei R. Aufgrund des starken Bevölkerungswachstums wurde die Pfarrkirche St. Maria Magdalena 1773/82 erweitert. Im 1799 erbauten Sigristenhaus befand sich bis 1906 die erste Schule von R.; 1907 wurde ein neues Schulhaus erstellt, das 1962 abbrannte. Der Neubau wurde 1964 eingeweiht. Nach Plänen von Viktor Stürmle errichteten die Schüpfheimer Baumeister Josef und Theodor Baumeler 1918-19 die Wallfahrts- und Pfarrkirche St. Antonius in Bramboden, der 1922 ein Schul- und Sigristenhaus folgte. Seit dem 14. Jh. wird in R. Gold gewaschen. 1741-81 bestand am Seblibach eine Glaserei. Auch Holzkohle wurde hergestellt; die Köhlerei hielt sich in reduziertem Mass bis ins 21. Jh. Mit dem Bau der Widigbrücke 1841 über die Gr. Fontanne wurde R. für den Verkehr erschlossen, 1911-26 entstand die Fahrstrasse nach Bramboden. Trotz starker Abwanderung und Rückgang der Landwirtschaft arbeiteten 2005 von 296 in R. Beschäftigten fast 72% im 1. Sektor.


Literatur
– S. Bucher, Bevölkerung und Wirtschaft des Amtes Entlebuch im 18. Jh., 1974
– P. Duss, R., 1982
Kdm LU NF 1, 1987, 268-288
– E. Waser, Entlebuch: Die Orts- und Flurnamen des Amtes Entlebuch, 1996

Autorin/Autor: Willi Huber