18/08/2006 | Rückmeldung | PDF | drucken

Hasle (LU)

Polit. Gem. LU, Amt Entlebuch. Links der Kl. Emme liegen die Weiler Habschwanden und Änetegg, rechts das Strassendorf H. sowie der Wallfahrts- und Skiort Heiligkreuz. 1236 Hasile. 1650 520 Einw.; 1745 1'007; 1837 1'626; 1850 1'567; 1900 1'294; 1950 1'535; 2000 1'701.

Vermutlich stifteten die Herren der Kirche Menznau in H., wohl im 13. Jh., eine Kapelle. Die 1306 erstmals erw. kilchoeri ze Hasle gelangte 1321 zusammen mit dem Kirchensatz Menznau an das Deutschritterhaus Hitzkirch. 1386 kam H. mit dem Inneren Amt Wolhusen an Luzern. 1452 kauften sich die Kirchgenossen von Hitzkirch los. Der Bf. von Konstanz erhob H. 1465 zur selbstständigen Pfarrei. Im Bauernkrieg 1653 traten als Agitatoren Bolei Christen und Jost Marbacher hervor, während Ueli Dahinden, einer der Drei Tellen, am Überfall auf Schultheiss Ulrich Dulliker im Zinggen beteiligt war. 1763 baute der Hasler Maurermeister Hans Jost Bienz die Kirche neu. 1798 wurde auf dem Gebiet der Kirchhöre die polit. Gem. errichtet. 1804 begann die Aufteilung des Hochwaldes von H. Im 18. Jh. kam die Leinwandproduktion in Heimarbeit für bern. Verleger auf. 1846 wurde im Gibel eine Walke, 1854 eine Wollspinnerei eingerichtet; beide wurden jedoch 1867 nach Entlebuch verlegt. Die Bevölkerungsabnahme folgte 1850-1900 dem Niedergang der Heimindustrie. Der erneute Bevölkerungsrückgang ab 1950 kam nach dem Bau einer Maschinenfabrik (1970) zum Stillstand. 2000 arbeiteten von 646 Beschäftigten ein Viertel im 1., gut zwei Fünftel im 2. und knapp ein Drittel im 3. Sektor. H. ist Standort der Sportanlagen Farbschachen der polit. Gem. Entlebuch. Bei der Schwefelquelle am Schimbrig bestand ab 1860 ein Kurhotel. Der Betrieb wurde nach dem Hotelbrand 1933 eingestellt. 1938 wurde bei Heiligkreuz der erste Skilift der Zentralschweiz eingerichtet.


Literatur
– S. Bucher, Bevölkerung und Wirtschaft des Amtes Entlebuch im 18. Jh., 1974
Kdm LU NF 1, 1987, 184-233
H. im Entlebuch, 1990

Autorin/Autor: Willi Huber