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Flühli

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Polit. Gem. LU, Amt Entlebuch. Die grösste Gem. des Kantons liegt hauptsächlich auf Voralpengebiet im Tal der Waldemme und umfasst die Dörfer F. und Sörenberg. Ersteres entstand an der breitesten Stelle des Talgrunds und wird wohl erst seit dem 17. Jh. ständig besiedelt. 1. Hälfte 17. Jh. Flüli. 1784 799 Einw.; 1850 1'691; 1900 1'388; 1950 1'417; 2000 1'737. 1380 geboten die Entlebucher im Streit um Alpgebiet in der Schlacht auf Sörenberg den Obwaldnern Einhalt; in F. steht ein Denkmal für den legendären Wintrüb. 1782 wurde die St. Josefskirche errichtet und F. eigene Pfarrei, indem es sich von Schüpfheim löste; damit entstand das heutige Dorf. 1798-1816 war F. eine selbstständige Munizipalität. 1836 trennte es sich politisch von Schüpfheim und Escholzmatt und wurde eine eigene Gemeinde, 1931 eigene Kirchgemeinde. 1433 wird eine Glashütte erwähnt; besonders im 18. Jh. und bis 1869 gab es in F. mehrere Glasbläsereien, die das bekannte Flühli-Glas produzierten. Die Schwefelquellen erlaubten vom 16. bis ins 20. Jh. einen Bade- und Kurbetrieb; 1904 wurde ein Kurhaus errichtet. Der Strassenbau durch das Tal war schwierig und teuer; seit 1925 besteht eine Postautoverbindung. Hinter F. erstreckt sich das Mariental mit dem bedeutenden Wintersportort Sörenberg. Die 1661 errichtete Kapelle mit Gnadenbild wurde 1824 durch eine Kirche ersetzt. Kapuziner bieten ihre Seelsorge seit 1892 im Hospiz an. 1915 hielt sich Lenin während dreier Monate in Sörenberg auf. Nach dem 2. Weltkrieg öffnete sich F., besonders aber Sörenberg dem Wintertourismus. 1971 wurde eine Luftseilbahn aufs Brienzer Rothorn gebaut. 2000 stellte der 3. Sektor etwas mehr als die Hälfte der Arbeitsplätze.


Literatur
Gedenkschr. zur Jahrhundertfeier des Bestehens der polit. Gem. F. 1836-1936, 1936
F. und Sörenberg 1836-1986, 1986
– H. Horat, F.-Glas, 1986
Kdm LU NF 1, 1987, 148-183

Autorin/Autor: Anton Kottmann