Wolfisberg

Polit. Gem. BE, Amtsbez. Wangen, Verwaltungskreis Oberaargau. Berggem. auf einer Terrasse am südl. Jurahang. 1332 Wolfisperg. 1764 301 Einw.; 1850 285; 1900 217; 1950 181; 1980 135; 2000 174. Der Hof W. entstand auf einem nacheiszeitl. Bergsturzplateau am Lebernberg. Er war Teil der Herrschaft Bipp und des Kirchgangs Oberbipp und um 1300-1413 die einzige Bergsiedlung des Amts Erlinsburg. Unter Bern kam W. im Niedergericht Niederbipp 1463 zur Landvogtei Bipp. Die Grenzbeschreibung datiert von 1518. W. zählte 1628 acht Häuser. Von der 1491 bezeugten zinspflichtigen Glasindustrie sind Schlacken als Bodenfunde erhalten. 1597 köhlerte W. im Hochwald am Lebernberg und schlug unerlaubt Holz für den Verkauf. Im 19. und 20. Jh. konnte die neben der Landwirtschaft betriebene Heimarbeit wie das Blusennähen für die Textilfabriken in Wangen an der Aare die Abwanderung nicht aufhalten. Sinkende Schülerzahlen führten 1975 zum Schulverband W.-Rumisberg-Farnern mit Unterricht im 1955-56 erbauten Schulhaus. 1978-97 unterzogen sich W. und Rumisberg einer Gesamtmelioration. 2000 waren 84% der Erwerbstätigen Wegpendler. Beim Alp- und Sömmerungsbetrieb Buechmatt wird ein Ausflugsrestaurant geführt.


Quellen
SSRQ BE II/10, Nr. 441
Literatur
– H. Freudiger, Die politisch wirtschaftl. Entwicklung des Amtes Bipp, 1912
Gesamtmelioration Rumisberg - W., 1978-1997, 1997
– S. Steger, Bauinventar der Gem. W., 2008

Autorin/Autor: Anne-Marie Dubler