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Raemy, Tobie de (de Bertigny)

geboren 21.6.1761 (Simon-Tobie) Freiburg,gestorben 26.2.1837 Freiburg, kath., von Freiburg. Sohn des Jean-Antoine, Mitglied des Rats der Sechzig, Geheimen Rats und Vogts von Orbe-Echallens, und der Marie-Elisabeth Du Mont, Tochter des Joseph, aus Pontarlier. ∞ Marie-Ursule de Muller, Tochter des Georges-Pierre-Joseph. 1783 Mitglied des Rats der Zweihundert, 1784-89 Staatsarchivar, 1792-98 Staatskanzler. Der liberale Patrizier stellte sich gegen jegl. Form der Unterwerfung Freiburgs unter die Herrschaft Frankreichs und stand der von seinen Freunden Jean de Montenach und Romain Werro geführten Politik des Ausgleichs zwischen Liberalen und Konservativen reserviert gegenüber. R. bekleidete bis 1830 unter allen Regimes öffentl. Ämter: Er war 1801-02 Mitglied der Verwaltungskammer, 1803 des Gr. Rats, 1803-30 des Staatsrats, 1816 des Geheimen Rats sowie 1819-30 Statthalter. Mehrfach vertrat er Freiburg an eidg. Tagsatzungen und wurde als Vertrauensmann mit besonderen Missionen beauftragt. Während der Mediation war er Mitglied der fünfköpfigen, von Bonaparte eingesetzten Liquidationskommission, welche die Schulden der Helvet. Republik zu quantifizieren und die Vermögensausscheidung zwischen den wieder souveränen Städten und den Kantonen vorzunehmen hatte. Unter der Restauration beteiligte er sich an der Ausarbeitung der neuen Kantonsverfassung und an der Redaktion des Freiburger Zivilgesetzbuchs. Die letzten Lebensjahre verbrachte er mit der Bewirtschaftung seines Guts in Bertigny.


Archive
– StAFR, Fonds R.
Literatur
– M. Michaud, La contre-révolution dans le canton de Fribourg (1789-1815), 1978

Autorin/Autor: Dominic Pedrazzini / CS