Wangenried

Polit. Gem. BE, Amtsbez. Wangen, Verwaltungskreis Oberaargau. Strassendorf mit Aussenhöfen am alten Weg von Wangen an der Aare nach Herzogenbuchsee. 894 Riete, 1356 Guoten Riede, bis ins 19. Jh. Ried. 1764 139 Einw.; 1850 415; 1900 332; 1950 381; 2000 382. Neben einem bronzezeitl. Einzelfund nördlich des Dorfs sind unbestimmte Mauerzüge von zwei Gebäuden im Rolliwald bezeugt. Im 14. Jh. wurde zwischen Gutenried und dem später abgegangenen Bösenried unterschieden. Das ma. Zelgdorf teilte den Weidgang mit Wangen und unterstand den dortigen Gerichten: dem Nieder- und Kellergericht der Propstei, dem Hochgericht Kyburgs und ab 1407 jenem des bern. Landvogts. W. ist seit je nach Wangen kirchgenössig. Ab dem 19. Jh. richtete sich die Heimarbeit auf die industrialisierten Nachbarorte aus: Bis in die 1950er Jahre wurde für die Seidenbandfabriken in Herzogenbuchsee gewoben und bis in die 1980er Jahre wurden für die Textilfabriken in Wangen Hemden genäht. 2000 arbeiteten 76% der Erwerbstätigen auswärts, v.a. in Wangen, Herzogenbuchsee und Langenthal sowie in der Region Solothurn, mit denen W. durch Postautokurse verbunden ist. Das Dorf behielt seine bäuerl. und kleingewerbl. Struktur (Holzbau). In der Gem. liegt das Naturschutzgebiet Mürgelibrunnen.


Literatur
– I. Meili-Rigert, Bauinventar der Gem. W., 2009

Autorin/Autor: Anne-Marie Dubler