Thörigen

Polit. Gem. BE, Amtsbez. Wangen, Verwaltungskreis Oberaargau, die das Ober- und Unterdorf sowie die Höfe Eigen und Homberg am Fuss der Buchsiberge umfasst. Um 1270 Toerinen. 1764 341 Einw.; 1850 718; 1900 650; 1950 688; 2000 965. Neolith. Einzelfunde im Bühlacker und Eigen-Rebberg, eine hochma. via regia im Altachental sowie ein hochma. Erdwerk mit fünffachem Wall-Grabensystem im Mättenberg-Schlosshubel. Der Ort gehörte kirchlich zu Herzogenbuchsee. Eine 1303-09 erw. Ulrichskapelle im Dorf, deren Kirchensatz im 16. Jh. bei der Propstei Wangen an der Aare lag, ging nach der Reformation ab. 1954 erhielt T. ein eigenes ref. Pfarramt. Die kleine Grund- und Gerichtsherrschaft gehörte zur Hälfte den einheim. Herren von Aarburg sowie zu je einem Viertel den vom Stein und von Luternau. Sie wurde 1429 und 1509-10 schrittweise von Burgdorf erworben, das dem Niedergericht T. mit Gerichtsplatz, Stock und Trülle auch Bettenhausen und Inkwil (1566-1720) unterstellte und das Gericht T. in seiner Vogtei Lotzwil verwalten liess. Als alte Dingstätte des kyburg., ab 1406 bern. Landgerichts Murgenthal kam T. hochgerichtlich zur bern. Landvogtei Wangen. Das Ackerbauerndorf bildete eine Weidegemeinschaft mit Bettenhausen. Als im 17. Jh. die Zahl der Tauner wuchs, entstand im Oberdorf eine Taunersiedlung. Ab den 1960er Jahren zogen Unternehmen in die Gem., u.a. aus dem Fahrzeug- und Maschinenbau sowie dem Bau- und Handelssektor. Eine Buslinie verbindet das Dorf seit dieser Zeit mit Herzogenbuchsee und Langenthal.


Literatur
– A.-M. Dubler, «Die Herrschaften der Stadt Burgdorf im Oberaargau», in Jb. des Oberaargaus 39, 1996, 105-130
– H. Schneeberger, Bauinventar der Gem. T., 2004

Autorin/Autor: Anne-Marie Dubler