09/09/2010 | Rückmeldung | PDF | drucken | 

Niederönz

Polit. Gem. BE, Amtsbez. Wangen. Streusiedlung an der Önz mit den Dorfteilen Dörfli, Fluhacker, Wiese u.a. 1246 Onza. 1764 185 Einw.; 1850 435; 1900 446; 1950 574; 2000 1'410. Meso- oder neolith. Silices im Önz-Zelgli, vermutlich röm. Siedlungsreste am Önzberg. Der sog. Heidenstock, ein Speicher, ist vielleicht der Rest eines Städtchens oder einer Burganlage der zähring.-kyburg., später habsburg. Ministerialen von Önz (1166-1346 bezeugt). Der Ort war zähringisch, dann kyburgisch und gehörte zum Hofgericht Herzogenbuchsee, mit dem er 1406 an Bern kam und der Landvogtei Wangen als Teil des Niedergerichts Herzogenbuchsee zugewiesen wurde. Das Dorf war stets nach Herzogenbuchsee kirchgenössig. Nieder- und Oberönz führten in Herzogenbuchsee ab 1720 eine eigene Schule, die sie 1757 nach Oberönz und 1826 nach N. verlegten, heute besteht ein Schulgemeindeverband. Das einst bäuerl.-kleingewerbl. Dorf wuchs seit den 1950er Jahren im Sog Herzogenbuchsees, mit dem es in der Industriezone baulich zusammenrückte ist. Neue Quartiere verbinden die Dörfer N. und Oberönz. Eigene Unternehmen (Lasertechnik, Präzisionsmechanik, Schweiz. Inlandwollzentrale) und Kleingewerbe (Gewerbezentrum Gärbi) stellten Anfang des 21. Jh. drei Viertel der Arbeitsplätze.


Literatur
– K.H. Flatt, Die Errichtung der bern. Landeshoheit über den Oberaargau, 1969
– M. Gerber, Bauinventar der Gem. N., 2006

Autorin/Autor: Anne-Marie Dubler