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Dürrenmatt, Hugo

geboren 24.6.1876 Thun, gestorben 5.4.1957 Bern, ref., von Guggisberg. Sohn des Ulrich ( -> 4). ∞ Maria Kohler. Schulen in Herzogenbuchsee, Freies Gymnasium Bern, Stud. der Rechte in Lausanne, München, Bern und Paris, 1898 bern. Fürsprecherpatent und Dr. iur. 1901-20 Anwaltsbüro in Herzogenbuchsee, 1908 Redaktor an der "Berner Volkszeitung". 1908-20 Berner Grossrat (konservativ-demokrat. Fraktion, nach der Fusion Mitglied der Bauern-, Gewerbe- und Bürgerpartei), 1920-27 Präs. der kant. Steuerrekurskomm., 1927-46 Regierungsrat (Armen- und Kirchendirektion, 1934 Justiz-, 1945 Finanzdirektion). D. bekannte sich zu einer christlich geprägten, konservativen Weltanschauung. Er verstand sich als Gegner des Freisinns, war aber keine streitbare Kämpfernatur wie sein Vater. Angelpunkt seines polit. Tuns im Dienst des Kt. Bern war der Gedanke der Gerechtigkeit für das Volksganze. Er setzte sich für den Nationalratsproporz, den Beitritt der Schweiz zum Völkerbund und das Frauenstimmrecht ein. Mit dem Kirchengesetz von 1945 tilgte er die letzten Spuren des Kulturkampfs und legte so den Grundstein für den konfessionellen Frieden im Kt. Bern.


Literatur
Hugo Dürrenmatt, Dr. iur., Regierungsrat (1876-1957), o.J.
Berner Tbl., 6.4.1957
Der Bund, 7.4.1957

Autorin/Autor: Peter Stettler