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Kasthofer, Karl Albrecht

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geboren 26.10.1777 Bern, gestorben 22.1.1853 Bern, ref., von Bern. Sohn des Gottlieb, Prokurators und Inselverwalters in Bern, und der Susanne Chaillet, von Neuenburg und Murten. Bruder des Gottlieb Rudolf ( -> 1) und der Rosette Niederer. ∞ 1809 Elisabeth von Graffenried, Tochter des Karl Friedrich. K. studierte in Heidelberg und Göttingen Forstwissenschaften. 1806 wurde er Oberförster des Berner Oberlandes mit Sitz in Unterseen, wo er auf privater Basis eine Gebirgsforst- und Alpwirtschaftsschule errichtete und so zum europ. Pionier der alpinen Forstwirtschaft und der Binnenkolonisation avancierte. 1832 wurde er bern. Kantonsforstmeister und 1834-46 wirkte er als ao. Prof. für Forstwissenschaften an der Univ. Bern. 1831 gehörte er dem Verfassungsrat an, war 1831-35 Berner Grossrat für Interlaken und 1835-37 für die Stadt Bern. 1837 wurde er in den Berner Regierungsrat gewählt. Gemässigt liberal gesinnt, befürwortete er eine grosszügige Asylpolitik, lehnte aber die Klosteraufhebung im Aargau ab und regte die Schaffung eines Kt. Jura an, was zusammen mit seiner umstrittenen Amtsführung 1843 zu seinem Sturz beitrug. K. sah sich den Verfolgungen seiner radikalen Gegner ausgesetzt, sass aber 1843-46 wiederum im Gr. Rat. Er verfasste polit. Schriften (u.a. "Das schweiz. Bundesbüchli" 1833) und zahlreiche forstwissenschaftl. Aufsätze. 1835 Ehrendoktor der Univ. Bern.


Archive
– ETH-BIB, Nachlass
Literatur
– H. von Greyerz, Nation und Gesch. im bern. Denken, 1953
Der Bund, 12.10.1975; 5.6.1993; 31.12.2003
Grosse Verwaltungsmänner der Schweiz, hg. von P. Bischofberger, B. Schmid, 1975
– A.E. Jaeggli, «Karl K.s Manuskripte», in Schweiz. Zs.f. Forstwesen 126, 1975, 556-558
Wer Bäume pflanzt... der wird den Himmel gewinnen, hg. von W. Bosshard, 1977, (mit Werkverz. und Bibl.)
Oberländ. Volksbl., 4.4.1992
– S. Brönnimann, «Verwildern unsere Alpen?», in Unipress, 1999, Nr. 101, 17-19

Autorin/Autor: Christoph Zürcher