Graben

Polit. Gem. BE, Amtsbez. Wangen. Die Gem., die keinen eigentl. Dorfkern aufweist, liegt an der Einmündung der Önz in die Aare (Naturschutzreservat) und umfasst die Weiler Baumgarten, Burach, Gsoll, Hubel, Kleinholz, Schörlishäusern, Schwendi und Stadönz. 1220 Stadonce; 19. Jh. Graben durch den Wald. 1764 221 Einw.; 1850 325; 1900 303; 1950 342; 2000 309. Meso-, evtl. neolith. Silices wurden im Hubel, ein hallstätt. Grabhügel mit Beigaben im Riedstiglenwald entdeckt; die ältere Literatur führt ein abgegangenes Wall-Graben-System im Gsoll an. Das kyburg. Amt Baumgarten, das an die Landtage in Herzogenbuchsee verpflichtet war, fiel durch Verpfändung an die Herren von Grünenberg (1385). Berken und G. bildeten eine Kleinherrschaft der Herren von Önz (1166-1373 erw.). Diese schenkten u.a. Güter an die Kommende Thunstetten und vererbten Grund- und Gerichtsbesitz je hälftig an das Deutschordenshaus Bern und die Herrschaft Aarwangen. Mit dieser kam G. 1432 an Bern und zur bern. Landvogtei Aarwangen (1798/1803 Umteilung zu Wangen). Kirchlich gehört G. zu Herzogenbuchsee. Im Schulgemeindeverband mit Berken führt G. eine Schule im Baumgarten. Die bäuerlich-kleingewerblich geprägte Gem. mit Wegpendlern nach Langenthal und Herzogenbuchsee erlangte nationale Bekanntheit, nachdem 1972 eine Standortbewilligung für ein AKW erteilt worden war; das Projekt scheiterte an der polit. Opposition.


Literatur
– K.H. Flatt, Errichtung der bern. Landeshoheit über den Oberaargau, 1969
– K. Zaugg, Bauinventar der Gem. G., 2002

Autorin/Autor: Anne-Marie Dubler