25/08/2009 | Rückmeldung | PDF | drucken | 

Attiswil

Polit. Gem. BE, Amtsbez. Wangen. Die Gem. (Dorf und Einzelhöfe) erstreckt sich vom Aarerain bis zum Jurakamm (Bettlerküche, 1074 m) und hat seit der Abtretung des Schachenhofs an Wangen (1881) keinen Aareanstoss mehr. 1364 Attenswile. 1764 482 Einw.; 1850 965; 1900 902; 1950 1'110; 1970 1'395; 2000 1'334.

Siedlungsreste vom Mesolithikum über die Bronze- (Aarerain) bis zur Latènezeit (Scharlen). Röm. Gutshöfe und Siedlungen (Scharlen, Gerberhof, Hohbühl, Wybrunne), Freistein (Menhir) nahe der Kirche. Mit der Herrschaft Bipp kam A. 1413 an Bern und Solothurn, 1463 ganz an Bern und zum Gericht Wiedlisbach in der Landvogtei Bipp, 1798 zum Bez. Wangen. Im Westen folgt die Gemeinde- und zugleich Kantonsgrenze nicht der alten Bistumsgrenze entlang der Siggern; sie bildete sich bei der Auflösung der Weidegenossenschaft zwischen A. und den solothurn. Nachbargem. (1438 bzw. 1466). Kirchl. gehörte A. zu Flumenthal, doch erzwang Bern 1533 die Annahme der Reformation und teilte A. der Kirchgem. Oberbipp zu. Schulunterricht ist seit 1633 belegt. 1707 entstand ein erstes Schulhaus (heute Gemeindehaus), 1710 das staatl. Kornmagazin für das Amt Bipp. Die Bauern betrieben v.a. Getreidebau auf verzelgten Fluren. In Wald und Weide hatten andere Gem. Nutzungsrechte (Ablösung des Servituts im Hohbühl 1689), die A. indes noch 1778-79 den eigenen Hintersässen versagte. Nach der Allmendteilung von 1826 wurde 1832 der Hohbühl gerodet, dafür Allmendland am Berg aufgeforstet. Die frühe Umstellung auf Milchwirtschaft bedingte 1855 die Gründung der Käsereigenossenschaft. Nach der Güterzusammenlegung von 1960 entstanden neue Quartiere und eine Gewerbezone. Die ehem. Steinbohrerei war inzwischen durch andere Industrien ersetzt worden (Schreinerei, Präzisionsmechanik ab 1947, Lampenfabrik bis 1989, Wandbeläge). Der Anschluss an die Solothurn-Niederbipp-Bahn (1918) förderte den Wegpendlerverkehr (1990 68%), v.a. nach Solothurn. Mit dem Bau der Kirche kam A. 1948 zum eigenen Pfarramt.


Quellen
SSRQ BE II/10
Literatur
A., [1975]
– E. Gygax, Attiswiler Chronik, 1988

Autorin/Autor: Anne-Marie Dubler