Walterswil (BE)

Polit. Gem. BE, Amtsbez. Trachselwald, Verwaltungskreis Oberaargau, mit dem Dorf W., den Weilern Schmidigen und Mühleweg, der Hofgruppe Wiggisberg sowie Einzelhöfen. 1139 und 1257 Walterswile. 1764 467 Einw.; 1850 850; 1900 845; 1950 657; 2000 546. Bis Anfang des 14. Jh. sind einheim. Herren von W. bezeugt. 1421 gehörten die Höfe Schmidigen und Hubberg zum Dinghofgericht Rüegsau. Der Kirchensatz der 1275 erw. Kirche (Neubau 1744-45) mit Cäcilienpatrozinium gelangte samt Niedergericht 1438 durch Tausch von Henman von Spiegelberg an Bern. 1439 kam es zur Zweiteilung des Kirchspiels, indem Bern den äusseren Teil des Gerichts der Kommende Sumiswald verkaufte. Das Dorf W. wurde damit dem Gericht Ursenbach in der Landvogtei Wangen an der Aare unterstellt. Den inneren Teil mit den Höfen Gründen, Wiggisberg und Schmidigen vereinte Bern mit seinem Gericht Affoltern in der Landvogtei Trachselwald. Vier Höfe der Kirchgemeinde W. wurden mit Urteil von 1681 dem Steuerbezirk Kleinemmental zugeteilt. Erst 1888-89 erhielt W. von der Gem. Ursenbach einen Teil des Hubbergviertels zur Arrondierung des Gemeindeareals. 1798 kam das Kirchspiel als Gem. W. zum Distrikt Unteremmental, 1803 zum Amt Trachselwald. Das ehem. Zelgdorf teilte 1588 seine Allmend auf die Güter auf. Im 18. und 19. Jh. bot die Leinwandheimarbeit einen Zusatzverdienst. 2005 stellte der 1. Sektor 71% der Arbeitsplätze; Wegpendler fahren in die oberaarg. Industriezentren. Im Schulverband Kleinemmental ist die Gem. mit Dürrenroth an den Schulstandorten W. und in der Gassen zusammengeschlossen.


Quellen
SSRQ BE II/8, 351
Literatur
– H. Käser, W. und Kleinemmental, 2[1982]
– E. Schneeberger, Bauinventar der Gem. W., 2001

Autorin/Autor: Anne-Marie Dubler