Zwieselberg

Politische Gemeinde BE, Amtsbezirk und Verwaltungskreis Thun. Streusiedlung ohne Dorfkern auf dem gleichnamigen Hügelzug zwischen Reutigmoos und Glütschbachtal. 1345 der Zwiselberg. 1764 130 Einw.; 1850 257; 1900 227; 1950 253; 2000 236. Bronzezeitl. Bodenfunde im Gräberfeld am Bühl, röm. Gebäudereste wohl in bronzezeitl. Anlage auf dem Hügel Bürgli, Reste einer Kalkbrennerei bei Chalchmädere. Das Gebiet war im MA Teil der Herrschaft Strättligen und gelangte mit anderem Strättliger Besitz 1466 an die Herren von Bubenberg und vermutlich Ende des 15. Jh. an Bern, das Z. hoch- und niedergerichtlich der Landvogtei Wimmis unterstellte. 1803 wurde es dem Oberamt Thun zugeteilt. Militärisch gehörte Z. zum Landgericht Seftigen und kirchlich zur Kirchgemeinde Amsoldingen. Z. hatte mit den Nachbargemeinden Weidegemeinschaft im Schwemmland zwischen Glütschbach und Kander. Hani und Glütsch an der 1815 erbauten Simmentalstrasse waren ehem. Pferdestationen für den Transitverkehr ins Oberland. Von den Erwerbstätigen der landwirtschaftlich geprägten Gemeinde waren 2000 71% Pendler, v.a. nach Thun und Bern. 2008 bildeten die Gemeinden Z., Reutigen, Ober- und Niederstocken den Schulverband Schule Stockental.


Quellen
SSRQ BE II/11
Literatur
– J.-P. Anderegg, Bauinventar der Gem. Z., 2002

Autorin/Autor: Anne-Marie Dubler