26/10/2009 | Rückmeldung | PDF | drucken

Opfikon

Polit. Gem. ZH, Bezirk Bülach. Vorort von Zürich im mittleren Glattal, seit 1968 Stadt. Die Gem. umfasst O., seit 1803 den Weiler Oberhausen mit Glattbrugg und seit 1852 auch die Mühle Glattbrugg. 1153 Obfinchoven. 1467 7 Haushalte; 1634 26; 1850 611 Einw.; 1900 706; 1950 2'613; 1970 11'115; 2000 12'062. Oberhausen 1634 9 Haushalte.

Frühma. Gräberfunde in Lebern. Das Dorf Oberhausen entwickelte sich aus einem ma. Fronhof des Zürcher Grossmünsterstifts. In O. besass, nebst anderen Grundherren, das Kloster St. Martin auf dem Zürichberg einen Hof. Hochgerichtlich gehörte O. zur habsburg. Grafschaft Kyburg und gelangte ab 1424 pfandweise und 1452 ganz an die Stadt Zürich (Vogtei Schwamendingen). Die niederen Gerichte waren ab 1390 an Zürcher Fam. verliehen. Durch die Offnung von ca. 1450 wird O. als Dorf fassbar. 1527 erwarben die Dorfgenossen die Zehntrechte und niedergerichtsherrl. Rechte. 1836 wurden die Waldungen aus dem Gemeindegut ausgeschieden und einer Holzkorporation übertragen. 1918-19 löste O. die Zivilgem. Oberhausen und O. auf. Kirchlich gehörte O. bis 1958 zu Kloten. Von der 1370 erw. Filialkapelle zeugen noch Überreste des Turms. 1956-57 liess O. eine ref. Kirche, 1956 auch eine kath. Kirche bauen und richtete eine eigene Kirchgemeinde ein. Die sozialen Spannungen gegen Ende des 1. Weltkriegs führten zur Gründung einer sozialdemokrat. Ortspartei, einer Bauernpartei (heute SVP) sowie des bürgerl. Gemeindevereins. 1974 trat ein Gemeinderat (Legislative) mit 36 Mitgliedern an die Stelle der Gemeindeversammlung. 1907-12 führte die Gem. im Oberhauserriet, das als Auenwald, Weide und Streuwiese genutzt wurde, eine Güterzusammenlegung durch und intensivierte in Form eines Pilotprojekts die künstl. Wiesenwässerung; 1941-45 legte sie das Ried trocken. In den 1980er Jahren entbrannte eine Auseinandersetzung um die baul. Erschliessung des ehem. Mattlandes, der "teuersten Wiese Europas", mit geplanten 15'000-30'000 neuen Arbeitsplätzen v.a. im Dienstleistungssektor. Die verkehrsgünstige Lage zwischen der Stadt Zürich und dem Flughafen Zürich-Kloten förderte dann die Entstehung des neuen Stadtteils Glattpark und des Opfikerparks mit künstl. See. 2005 stellte der 3. Sektor 14'434 oder 90% der Arbeitsplätze in der Gemeinde.


Literatur
– H. Kläui et al., O., Glattbrugg, Oberhausen einst und jetzt, 1969
– M. Abegg-Graf et al., Geschichtliches von O., seinen Waldungen und seiner Holzkorporation, 1986
– M. Illi, «Das Oberhauserriet», in ZTb 1990, 1989, 48-72
– M. Illi, «Kunst-Rosshaarfabrik», in Vom Grabhügel zur Ökosiedlung, 2007, 228 f.

Autorin/Autor: Martin Illi