Béguelin

Fam. von Courtelary, seit der Mitte des 15. Jh. belegt, aus der mehrere Notabeln des Erguel hervorgingen: Der erste war Henri (gestorben 1597), ambourg (Dorfvorsteher) von Courtelary und 1586 Abgesandter der Meier des Erguel beim Fürstbf. von Basel. Jean (gestorben 1617), 1599 ambourg von Courtelary, war 1599-1617 als erster B. Meier von Courtelary, ein Amt, das 1618-56 Imerion (1581-1658), 1704-44 Pierre (1672-1752) und 1770-87 David-Louis (1738-98) innehatten. Letzterer, auch Major der Milizen des Erguel, blieb in der Revolutionszeit den letzten Basler Fürstbf. treu. David (gestorben 1706), Sekr. der Eisenhütte von Reuchenette und Meier von Saint-Imier bzw. erster Meier des Erguel, erwarb das Bürgerrecht der Stadt Biel. Seine Söhne studierten in Basel: David (1663-93) und Jean-Henri (1689-nach 1718) Theologie, Imerion (1691-1727) und Pierre (1672-1752) die Rechte. Pierre fiel in Ungnade, weil er die Freiheiten des Erguel verfocht, und folgte 1744 seinem Sohn Nicolas ( -> 3) nach Preussen. Dieser Zweig der Fam. machte in Preussen Karriere und wurde geadelt (B. von Lichterfelde): Henri (1765-1818), Sohn von Nicolas, begleitete Karl August von Hardenberg an den Wiener Kongress. 1815 wurde er Bürger von Neuenburg und Leiter des Dep. für Neuenburger Angelegenheiten in Berlin. Seine Nachkommen waren noch im 20. Jh. zahlreich. Im Ancien Régime unter den Notabeln noch gut vertreten, versahen die B. von Courtelary nach der Revolutionszeit keine polit. Ämter mehr. Edouard ( -> 1) stammt aus einem Zweig, der sich in Saint-Imier, im 19. Jh. dann in Neuenburg niedergelassen hatte. Die Fam. B. von Tramelan ist mit den B. von Courtelary nicht direkt verwandt.


Archive
– AAEB
Literatur
Famille B. de Courtelary, 1919
– A. Rais, Livre d'or des familles du Jura 1, 1968, 124-128
Biogr. Wb. zur dt. Gesch. 1, 1973, 219
– T.R. Frêne, Journal de ma vie 5, hg. von A. Bandelier, 1993, 364 f.

Autorin/Autor: Jean-Paul Prongué / AA