Pohlern

Polit. Gem. BE, Amtsbez. Thun, Streusiedlung mit Weilern und Einzelhöfen, Wald und Alpweiden auf der Wasserscheide zwischen Gürbe- und Stockental am Fuss des Stockhorns. 1389 in der Polleren. 1764 191 Einw.; 1850 316; 1900 224; 1920 198; 1950 212; 1970 195; 2000 226. P. war bis ins SpätMA Waldland (Forst) und gehörte zur ma. Herrschaft Strättligen, stand im 14. Jh. unter den Herren von Burgistein und war ab 1499/1516 im Besitz der Bernburgerfam. May. Rechte an P. erwarb ab 1417 auch das Barfüsserkloster in Bern, das P. 1459 mit Uebeschi zur Herrschaft P. ausbaute. Nach der Säkularisation des Klosters 1528 hob der bern. Rat das Gericht P. auf und unterstellte den Bez. dem Niedergericht Amsoldingen im bern. Amt Thun. Ehemals nach Thierachern kirchgenössig, wurde P. 1922 dem näheren Blumenstein zugeteilt. Mit diesem ist es auch durch eine Schulgemeinschaft verbunden. Im 19. Jh. bekam Viehwirtschaft im Tal- und Alpbetrieb Bedeutung (Käserei). Noch zu Beginn des 21. Jh. gehörten die Alpweiden zu den Höfen. In der bäuerl. Gemeinde arbeiteten 2000 mehr als zwei Drittel der Erwerbstätigen neben- oder hauptberuflich auswärts.


Literatur
– A.-M. Dubler, «Die Region Thun-Oberhofen auf ihrem Weg in den bern. Staat (1384-1803)», in BZGH 66, 2004, 61-117

Autorin/Autor: Anne-Marie Dubler