27/01/2003 | Rückmeldung | PDF | drucken | 

Buchholterberg

Polit. Gem. BE, Amtsbez. Thun. Die Gem. (1268 Bucholtron) liegt am B. in der Hügelzone nordöstl. von Thun und reicht hinunter zur Rothachenschlucht. Sie umfasst das als Dorf bezeichnete Heimenschwand (Gemeindeverwaltung, Kirche), die Obere Allmendgemeinde mit einem Teil von Heimenschwand, Zihl und Bätterich, die Untere Allmendgemeinde mit dem andern Teil von Heimenschwand, Marbach, Schaubhaus, Badhaus, Ibach, Wangelen, Teufenbach, Wyler und Rothachen, ferner die Neuquartiere Heimenegg, Höh und Längmatt. 1764 908 Einw.; 1850 1'740; 1900 1'505; 1950 1'546; 1980 1'307; 2000 1'473.

Spätbesiedeltes Gebiet, Grabhügel auf Hohbühl. Einzelner Güterbesitz war in der Hand von Adligen (1257 Gf. Ulrich von Buchegg erw.) und bern. Stadtburgern, die in Schenkungen u.a. das Niedere Spital Bern bedachten. Um 1399 kam B. zum bern. Amt Röthenbach, mit diesem 1529 zur Landvogtei Signau und zum Landgericht (ab 1803 Oberamt) Konolfingen, 1864 zum Amtsbez. Thun. B., Wachseldorn, Süderen und Bleiken gehörten als sog. B.-Drittel zur Kirchgem. Oberdiessbach. Ab 1712 betreute ein Helfer die Siedlungen am Kurzenberg und B. Die Weide- und Waldgemeinschaft der versch. Bauernsamen am B. wurde sukzessive, u.a. 1594, 1607, 1632, 1653 und 1696, aufgelöst. Es bildeten sich die Gem. Bleiken, Wachseldorn und Mittel-B. Letztere spaltete sich in die Untere/Äussere und Obere/Innere Allmendgemeinde (heute Burgergemeinde). 1805 schlossen sich Mittel-B. und Wachseldorn-Gützenschwendi zusammen. Nach einem Streit, v.a. um Armensteuern, trennten sie sich 1823 in die polit. Gem. B. und Wachseldorn, blieben aber kirchlich zusammen. Nach langjähriger Diskussion um eine eigene Pfarrei entstand 1835 die Helferei mit Filialkirche in Heimenschwand. Seit 1860 besteht die selbstständige Pfarrei B. (mit Wachseldorn).

Entsprechend der Höhenlage überwiegt seit dem SpätMA Viehwirtschaft mit Allmendweide vor Ackerbau. Ab dem 17. Jh. siedelten Arme auf den Allmenden, um deren Nutzung sie bis ins 19. Jh. mit den Hofbauern stritten. Torf wurde vom 18. Jh. an u.a. im Wachseldornmoos (heute Naturschutzgebiet) gestochen. Neue Fahrstrassen verbanden B. nach 1857-68 mit Steffisburg und dem Aaretal, später mit Oberdiessbach und dem Oberemmental. Die Gesamtmelioration 1968-88 brachte eine Entwässerung und Güterzusammenlegung, den Ausbau des Wegnetzes und der Wasserversorgung. Postautokurse nach Thun und Oberdiessbach ermöglichen heute auswärtige Erwerbstätigkeit (1990 55% Wegpendler, v.a. in die Region Thun). Die Landwirtschaft (v.a. Milchwirtschaft) hat Vorrang vor dem Gewerbe (Käsereien, Baugewerbe, Holzverarbeitung). Die weitläufige Gem. verfügt über die Primarschulhäuser Badhaus, Wangelen und Bruchbühl (1699 Standort des ersten Schulhauses) und hat Anschluss an die Sekundarschulen Oberdiessbach und Unterlangenegg. Regional bekannt ist das Rohrimoosbad (Schankrecht von 1720).


Quellen
SSRQ BE II/8
Literatur
– K. Gugger, Kirchengesch. von B., [1968]
– K. Gugger, B., [1969]
Gem. B., Meliorationen 1968-1988, 1989

Autorin/Autor: Anne-Marie Dubler