• <b>Eduard Pfyffer (von Altishofen)</b><br>Lithografie des Luzerner Ateliers der   Gebrüder Eglin,  um 1825 (Zentral- und Hochschulbibliothek Luzern, Sondersammlung).

No 4

Pfyffer, Eduard (von Altishofen)

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geboren 13.10.1782 Rom, gestorben 11.12.1834 Olten (auf der Durchreise), kath., von Luzern. Sohn des Franz Ludwig, Hauptmanns der päpstl. Garde, und der Aloisia Reding. Bruder des Kasimir ( -> 17). Enkel des Karl Josef Reding. ∞ 1813 Maria Anna Schobinger, Tochter des Martin, Sustmeisters von Luzern. 1800-01 helvet. Kriegskommissär für den Distrikt Luzern. Führte ab 1803 die Rechtsgeschäfte der Firma Gloggner, 1810 Luzerner Anwaltspatent und eigenes Rechtsbüro. 1814-34 Mitglied des Luzerner Gr. und des Kl. Rats, 1814-17 Oberamtmann im Entlebuch, 1817-20 Appellationsrat, 1817-33 mehrfach Tagsatzungsgesandter, 1821-27 Oberamtmann in Luzern, 1832 Schultheiss. P. übte einen bedeutenden Einfluss auf das Erziehungswesen aus: 1817-21 und ab 1827 war er Erziehungsrat, ab 1818 Referent für das Landschulwesen, 1818-21 und 1830 Präs. der Schulkommission sowie ab 1831 Präs. der Schuldirektion. P. initiierte an der Höheren Lehranstalt Luzern die Reformen von 1819 und 1828 und ab 1831 die Erneuerung des Lehrkörpers, schuf das Erziehungsgesetz von 1830 und baute das Landschulwesen aus. Er gründete die Kantonsbibliothek und amtierte 1832-34 als Präs. der Bibliothekskommission. Sein bürgerl.-laizist. Bildungskonzept provozierte auf kath.-konservativer Seite Widerstand. P. vertrat den Liberalismus im Restaurationsregime und gehörte zu den führenden Politikern der frühen Regenerationszeit. 1832-33 beteiligte er sich an der Ausarbeitung der Bundesurkunde. Als Verfechter des liberalen Staatskirchentums wirkte P. bei der Reorganisation des Bistums Basel mit und war 1834 Mitinitiant und Präs. der Badener Konferenz. P. war Mitglied versch. Gesellschaften, u.a. der Schweiz. Gemeinnützigen Gesellschaft und der Helvet. Gesellschaft.

<b>Eduard Pfyffer (von Altishofen)</b><br>Lithografie des Luzerner Ateliers der   Gebrüder Eglin,  um 1825 (Zentral- und Hochschulbibliothek Luzern, Sondersammlung).<BR/><BR/>
Lithografie des Luzerner Ateliers der Gebrüder Eglin, um 1825 (Zentral- und Hochschulbibliothek Luzern, Sondersammlung).
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Archive
– ZHBL, Nachlass
Literatur
– R. Bussmann Luzerner Grossratsbiogr. (StALU)
– A. Häfliger, Schultheiss Eduard P., 1782-1834, Förderer des Luzerner Schulwesens, 1975, (mit Werkverz.)

Autorin/Autor: Heidi Bossard-Borner