28/11/2007 | Rückmeldung | PDF | drucken | 

Lauperswil

Polit. Gem. BE, Amtsbez. Signau. Die Gem. umfasst das Dorf L. am linken Emmenufer, einen Teil von Zollbrück (der nördl. Teil gehört zur Gem. Rüderswil), die ehem. Schachensiedlungen Emmenmatt, Bomatt, Mungnau und Obermatt, die Weiler Wittenbach, Längenbach und Ebnit sowie Einzelhöfe in Hügellage beidseits der Emme. 1889 erhielt L. von Rüderswil das Wittenbachviertel. 1275 Loperswile. 1764 1'425 Einw.; 1850 2'816; 1900 2'631; 1950 2'848; 2000 2'681. Die ältesten Siedlungsspuren sind ma. Wasserleitungsstollen (Küenzi), unbestimmte Einzelfunde im Dorf L. - u.a. ein Graben (Pfarrhaus), der möglicherweise aus dem MA stammt - und eine hochma. Wehranlage (Steckhüsli). Das Dorf L. gehörte einst zur ma. Herrschaft Wartenstein. Im SpätMA war die Abtei Trub grösster Grundherr. Ab 1528 wurde deren Besitz in einem bern. Schaffneramt verwaltet. L. unterstand den grundherrl. Gerichten Trubs und Wartensteins und bildete einen Teil des Nieder- und Hochgerichts Ranflüh, mit dem es 1408 unter Bern kam. Zuerst war es der Landvogtei Trachselwald zugeteilt, ab 1803 dem Amtsbez. Signau. Die 1275 erstmals erw. Kirche wurde 1518 neu gebaut und 1519 mit Glasfenstern ausgestattet. Der Kirchensatz kam vermutlich 1284 an die Abtei Trub, die nach der Inkorporation 1294 die Pfarrei mit ihren Mönchen versah. 1528 gelangte der Kirchensatz in den Besitz Berns. Die Herrschaft Wartenstein hatte mit dem Zelgdorf L. auf der dörfl. Allmend eine Weidegemeinschaft, die 1551 bereits teilweise aufgelöst war. 1552 wurde zwischen Burgdorf und Langnau die erste Emmenbrücke gebaut (Zollbrücke). Als Arme die Emmenschachen wild besiedelten, wurde dies von Bern 1568 sanktioniert. Im 17. Jh. steuerte der Landvogt durch Landverleihung die Besiedlung. Über die Gemeindeentwicklung entschied im 19. Jh. die Verkehrsführung: Die Bahnen Bern-Langnau (1864) und Burgdorf-Langnau (1881) sowie die Talstrasse (1899) brachten den Schachendörfern, v.a. Zollbrück und Emmenmatt, einen gewerbl.-industriellen Aufschwung (Maschinen-, Garnfabrik, Sägewerke, Landesprodukte, vielfältiges Kleingewerbe). Das neue wirtschaftl. Zentrum Bomatt entstand. In diesen Gewerbezonen sind viele Werktätige aus dem übrigen, vorwiegend landwirtschaftl. Gemeindegebiet tätig. Ehem. Kurhäuser wie Moosegg, Moosbad und Waldhäusern sind heute beliebte Ausflugsziele.


Quellen
SSRQ BE II/8
Literatur
– F. Häusler, Das Emmental im Staate Bern bis 1798, 2 Bde., 1958-68
Amtsbez. Signau, 1991
– A.-M. Dubler, «Die Schachenleute im Emmental», in Burgdorfer Jb. 64, 1997, 9-54
– H. Minder, L., 2002
– R. Hug, Bauinventar der Gem. L., 2005

Autorin/Autor: Anne-Marie Dubler