Rümligen

Polit. Gem. BE, Amtsbez. Seftigen, Verwaltungskreis Bern-Mittelland. Im Gürbetal am Längenberg gelegen, umfasst die Gem. das Dorf R., die Weiler Hermiswil und Hasli sowie versch. Einzelhöfe. 1075 Rumelingen. 1764 239 Einw.; 1850 480; 1900 386; 1950 361; 1960 332; 2000 448. Frühbronzezeitl. Beildepot. Der hochma. Stammsitz der Frh. von R. war einst Zentrum einer ausgedehnten Herrschaft zwischen Gürbe und Sense. Mit ihrem Besitz statteten die Freiherren ihre Stiftungen, die Priorate Rüeggisberg und Röthenbach, aus. Burg, Domäne und Niedergericht R., seit 1388 im bern. Landgericht Seftigen, vererbten sich in der Fam. von R., zeitweise unter zwei Besitzern, und kamen über die Tochter Alisa an die Linie Sommerau-R. (1380-1515). Ab dem 17. Jh. waren bern. Patrizierfamilien Besitzer von R. (um 1634 Erlach, 1680 Wattenwyl, 1709 Frisching, 1838 Wattenwyl, ab 1877 Tscharner und deren Erben). Samuel Frisching gab nach 1709 dem Schloss die heutige Gestalt (die ma. Burg als Kern ist trotz vieler Umbauten noch zu erkennen, heute Privatbesitz). Die Einwohner R.s sind seit jeher nach Thurnen kirchgenössig. Die landwirtschaftlich geprägte Gem. auf 540-956 m hat Anteil am Talboden (Acker-, Kohlbau) und am Hügelgebiet (Vieh- und Milchwirtschaft). Arbeitsplätze bieten ferner Kleingewerbe (u.a. Baugewerbe) und Handels- und Servicefirmen; 2000 pendelten zwei Drittel der Erwerbstätigen v.a. in die Agglomerationen Bern und Thun. 2005 stellte der 1. Sektor knapp 43% der Arbeitsplätze in der Gemeinde. Die Schulen werden im Gemeindeverband geführt.


Literatur
Die Burgen und Schlösser der Schweiz 10B, 1942, 14
– A.-M. Biland, Bauinventar der Gem. R., 1993

Autorin/Autor: Anne-Marie Dubler