Mühlethurnen

Polit. Gem. BE, Amtsbez. Seftigen. Im Gürbetal am Längenberg gelegen, mit dem Dorf, Weilern (Mühlebach, Pontel-Freudberg) und Einzelhöfen. 1764 231 Einw.; 1850 642; 1900 648; 1950 700; 2000 1'290. Im 14. Jh. war die Bernburgerfam. von Blankenburg in M. wie in Kirchenthurnen begütert; sie vergabte Höfe und Gerichtsrechte 1343 und 1362 ans Kloster Interlaken. Bei dessen Säkularisation 1528 fiel alles an Bern, das M., Kaufdorf, Kirchenthurnen, Lohnstorf und Rüti im Gericht Thurnen bzw. im 18. Jh. im Vennergericht M. vom Venner des Landgerichts Seftigen verwalten liess. M. gehört zur Kirchgem. Thurnen. Die Gem. gewann durch Gürbekorrektion (1855-1911) und Gesamtmelioration (1942-51) Ackerland im vorher nur beweideten Talboden (Ackerbau, Kohlanbau). In den 1970er Jahren begann sich dank der Gürbetalbahn (Station Thurnen, 1901) die gute Verkehrslage in vermehrtem Zuzug und Bautätigkeit (Einfamilienhausquartiere am Hang und im Talboden) auszuwirken. Der Ort entwickelte sich zum regionalen landwirtschaftl. Handelszentrum (Landi Gürbetal) mit Sauerkrautfabrikation und Kleingewerbe; gleichwohl arbeiteten 2000 fast drei Viertel der Erwerbstätigen in den Agglomerationen Bern und Thun. M. bildet mit Lohnstorf eine Schulgemeinde. Die 1871 gegr. Sekundarschule wurde 1912 nach Riggisberg verlegt.


Literatur
– H. Egger, Die Gürbe und ihr Tal, 1958
– P. Bannwart, Bauinventar der Gem. M., 2002

Autorin/Autor: Anne-Marie Dubler