Mühledorf (BE)

Polit. Gem. BE, Amtsbez. Seftigen. Gem. und Dorf auf einer Terrasse rechts über dem Gürbetal mit Anteil am Talboden und Gerzensee. 1364 Mülidorf. 1764 132 Einw.; 1850 277; 1900 220; 1950 146; 2000 183. Der Ort gehörte im MA zur Freiherrschaft Kramburg, mit der er nach 1373 an die Johanniter in Münchenbuchsee fiel, die ihn in ihrem Gericht Gelterfingen (Twingrecht 1505) verwalteten. In der Reformation unterstand dieses vorerst dem bern. Stadtgericht, bis Bern vor 1533 einen erweiterten Gerichtsbez. Gelterfingen unter dem Venner des Landgerichts Seftigen schuf. Im 18. Jh. als Vennergericht M. bezeichnet, umfasste der Bez. M., Gelterfingen, Noflen, die Höfe Jaberg, Hub, Stoffels- und Kienersrüti sowie Klapf-Rüti (Gem. Gerzensee). M. gehört zur Kirchgem. Kirchdorf. Das ehem. Bauerndorf gewann durch die Gürbe- und Müschekorrektion (1855-1911) sowie die Gesamtmelioration (1942-51) Ackerfläche und erhielt Fahrstrassen nach Belp und Kirchenthurnen. Rund zwei Drittel der Erwerbstätigen arbeiteten 2000 auswärts (Bern, Thun, Münsingen).


Literatur
– H. Egger, Die Gürbe und ihr Tal, 1958
– H. Schneeberger, Bauinventar der Gem. M., 2005

Autorin/Autor: Anne-Marie Dubler