Schweizerisches Ursprungszeichen

Das S. in Form einer auf Wilhelm Tell verweisenden Armbrust in den Schweizer Wappenfarben ist eine der frühen nationalen Ikonen. Auf Initiative von Zürcher Konsumentinnen und Vertretern der Schweizer Industrie wurde in der Wirtschaftskrise der Zwischenkriegszeit 1931 die Zentralstelle für das S. gegründet. Diese diente der Schaffung und Förderung eines Labels für einheim. Produkte, das die Bevölkerung zum Kauf von Schweizer Waren ermuntern sollte. Damit reiht sich die Initiative in die protektionist. Massnahmen zur Förderung der nationalen Wirtschaft ein, die in der Schweiz nach dem 1. Weltkrieg ergriffen wurden. Obwohl die Zentralstelle von Anfang an versuchte, ihr Label mit Qualitätsprodukten zu konnotieren, wurde die Armbrust erst 1983 offiziell zum Gütesiegel. Die Zentralstelle warb mittels Öffentlichkeitsarbeit bei den Unternehmen für Partnerschaften und sprach mit originellen Kampagnen die Konsumenten an. Dank des raschen Erfolgs beim Publikum und des nationalen Gehalts wurde die Armbrust als S. zu einem festen Bestandteil des Schweizer Selbstbilds im 20. Jh. Ab den 1960er und 70er Jahren schwand mit dem Wirtschaftsaufschwung, der Debatte über die Öffnung gegenüber Europa und der Schaffung weiterer Labels das Interesse am S. 1989 wurde die Zentralstelle in Swiss Label, einen Verein zur Förderung von Schweizer Produkten und Dienstleistungen hoher Qualität, namentlich im Ausland, umgewandelt. Ende der 1990er Jahre gewann das Gütesiegel im Zug der Diskussionen um einen besseren Schutz der Marke Schweiz und der Schweizer Qualität auf den internat. Märkten wieder an Bedeutung. Unter dem Schlagwort Swissness warben zudem zu Beginn des 21. Jh. zahlreiche Schweizer Firmen mit Anspielungen auf nationale Symbole im In- und Ausland für ihre Produkte.


Archive
– SWA, Bestand der Zentralstelle für das S.
Literatur
– F. Baumann, Das schweiz. U., 1953
– A. Pastori Zumbach, «Sous le signe de l'arbalète - la Marque suisse d'origine», in ZAK 58, 2001, H.3, 217-228

Autorin/Autor: Anne Pastori Zumbach / MD