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Sealsfield, Charles

geboren 3.3.1793 (Carolus Magnus Postl) Poppitz (Österreich, heute Znaim, Tschech. Republik), gestorben 26.5.1864 Solothurn, kath., ab 1858 Amerikaner. Sohn des Anton, Weinbauern und Dorfrichters. In die Literatur unter dem Namen Karl Anton Postl eingeführt. Als Konventstudent 1808-15 Stud. der Philosophie und Theologie in Prag, Schüler von Bernard Bolzano, 1814 Priesterweihe. Sekr. des Kreuzherrenordens in Prag, Kontakte zu frühliberalen-nationalist. Kreisen. 1823 flüchtete S. aus dem Kloster in die USA, wo er sich bis 1826 und erneut 1827-32, 1837 und 1853-58 aufhielt und den Namen S. annahm. Der spätaufklärer., konservativ-liberale Emigrant verstand die amerikan. Demokratie (Jacksonianism) als Gegenbild zum restaurativen Europa. Als Journalist und Romancier verfasste er zwei krit. Reiseberichte über die USA (1827) und Österreich (1828) sowie elf Romane über Amerika (bis 1843). Ab 1832 wurde die Schweiz seine zweite Exilheimat, ab 1858 lebte er in Solothurn. Er unterhielt enge Kontakte zu liberal-konservativen dt. und Schweizer Persönlichkeiten, u.a. Johann Caspar Bluntschli, Melchior Esslinger, Stephan Gutzwiller, Johann Jakob Hess und Johann Lukas Schönlein. S. veröffentlichte bei Orell, Füssli & Co., der Schulthess'schen und Cotta'schen Verlagsbuchhandlung, wodurch seine Werke im dt. Sprachraum bekannt wurden. In "Die dt.-amerikan. Wahlverwandtschaften" (1839-40) schilderte er die Schweiz. Erst das Testament von 1864 deckte seine Identität auf. 2002 wurde in Wien die Internat. Charles-Sealsfield-Gesellschaft gegründet.


Werke
Sämtl. Werke, hg. von K.J.R. Arndt, A. Ritter, 1972-
Archive
– ZBSO
Literatur
– E. Castle, Der grosse Unbekannte, 2 Bde., 1952-55 (Nachdr. 1993, 2010)
SealsfieldBibliothek, hg. von A. Ritter, Bd. 1-, 2004-

Autorin/Autor: Alexander Ritter