15/01/2008 | Rückmeldung | PDF | drucken | 

Leonardo da Vinci

geboren 5.4.1452 Anchiano bei Vinci (Toskana),gestorben 2.5.1519 Cloux-Lucé (Loire), kath., später Agnostiker. Unehel. Kind des Piero, Notars, und der Caterina, Bäuerin. Ausbildung an der Schule von Andrea del Verrocchio in Florenz, mit dem er auch zusammenarbeitete. Als Künstler, Wissenschaftler und Autor von Weltruf wirkte L. 1482-1515 mit Unterbrechungen in Mailand. Seine Notizen zeugen von Kontakten zu den Gebieten des Hzg. von Mailand, welche die Eidgenossen in den Kriegen 1501-13 annektiert hatten. Im "Codex Atlantico" in der Biblioteca Ambrosiana in Mailand finden sich Hinweise auf Orte im Voralpenraum, darunter Bellinzona, und um 1507 auf einen gewissen Bernardo da Ponte Capriasca. Eine Zeichnung von 1515 aus der Serie "Sintfluten" ("Diluvi") in der Royal Library von Schloss Windsor wird mit der Überschwemmung des Flusses Tessin in Bellinzona am 20.5.1515 in Verbindung gebracht, deren Ursache der Bruch eines von einem Bergsturz verursachten Damms war (Buzza di Biasca). Starke Indizien deuten darauf hin, dass L. das im toskan. Stil erbaute Rivellino (Bollwerk) des Schlosses von Locarno entwarf, das 1507 auf Befehl von Charles II. d'Amboise, Stellvertreter des franz. Königs in Mailand, errichtet wurde. Der Einfluss, den L.s Kunst im Tessin ausübte, zeigt sich besonders in seinen vom "Abendmahl" (im Mailänder Museum Cenacolo Vinciano) inspirierten Werken, die sich in Ponte Capriasca (Cesare da Sesto), Lugano (Bernardino Luini) und Novazzano (Giovan Battista Tarilli) befinden.


Literatur
– C. Pedretti, «The pointing lady», in The Burlington Magazine 795, 1969, 339-346
– C. Pedretti, The Literary Works of L. 2, 1977, 209
– L.G. Conato, L. nella Valle dell'Adda: fra certezze, ipotesi, suggestioni, 2003, 72
– M. Viganò, L. a Locarno, (in Vorb.)

Autorin/Autor: Marino Viganò / RG