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Rivoir, Guido

geboren 4.5.1901 Champdepraz (Piemont), gestorben 7.2.2005 Lugano, prot., Italiener, ab 1951 von Lugano. Sohn des Alessandro, Lehrers, und der Marianna geb. Costantino. ∞ 1928 Teodora Ginoulhiac. Schulen in Torre Pellice (Piemont) und Theologiestud. an der Waldenser Fakultät in Florenz, dann in Rom. 1925 übernahm R. ein Pfarramt in Uruguay, wurde 1926 in Italien ordiniert und wirkte später als Pfarrer in versch. Waldensergemeinden Südamerikas. 1933 wurde er zum Pfarrer von Prarostino gewählt und kehrte ins Piemont zurück. Hier geriet R. mit den faschist. Behörden in Konflikt. 1937 sandte man ihn als Pfarrer der italienisch- und französischsprachigen Gem. nach Lugano. Während des Kriegs war er auch als Kaplan am Militärspital Novaggio tätig und unterstützte die ital. Widerstandsbewegung. 1939 gehörte er zu den Gründern der Monatsschrift "Voce evangelica" und trug damit zur Integration des Protestantismus in die Tessiner Gesellschaft bei, so etwa mit der Schaffung eines Programmfensters für ref. Sendungen am Radio und Fernsehen der ital. Schweiz und mit der Einführung des ref. Religionsunterricht an den Schulen. R. war Gemeinderat in Lugano und sass 1979-81 für den Partito socialista autonomo im Tessiner Gr. Rat. Von seinem lebenslangen sozialen und humanitären Engagement bleibt sein Wirken für chilen. Flüchtlinge ab 1973 in besonderer Erinnerung.


Literatur
Giornale del Popolo, 8.2.2005

Autorin/Autor: Annamaria Valenti / CHM