Sacco di Roma

Der S. bezeichnet den Einfall von Söldnertruppen des späteren Ks. Karl V. unter Charles III. von Bourbon am 6.5.1527 in Rom mit monatelangen Plünderungen, anarch. Zuständen und mehr als 30'000 Opfern unter der Zivilbevölkerung. Die Verteidigung des Petersplatzes und der Geleitschutz für Papst Clemens VII. zur Engelsburg durch die päpstl. Schweizergarde kostete 147 von 189 Gardisten das Leben. Der 6. Mai dient ihr bis heute zur Vereidigung der neuen Gardisten.

Der mythisch überhöhte, wegen der Kirchenspaltung bald konfessionalistisch gedeutete S. bedeutete für Rom weder das Ende der Renaissance noch eine ernsthafte Bedrohung des Papsttums. Die Ursachen lagen im Machtkampf der Grossmächte Spanien und Frankreich um Italien und der von den Herrschaftsinteressen der Medici in Rom und Florenz bestimmten Schaukelpolitik Clemens' VII. Anlass waren ausstehende Soldzahlungen und die Beuteabsichten der angreifenden Landsknechte. Folge des S. war der Beginn des polit. Übergewichts Spaniens in Italien und ein Rückzug des Papsttums auf die religiöse Aufgabe.


Literatur
– H.R. Fuhrer, «"Malifuere Germani, pejores Itali, Hispani vero pessimi". Zur Behauptung religiöser Motive der dt. Landsknechte bei der Plünderung Roms 1527», in Hirtenstab und Hellebarde, hg. von U. Fink et al., 2006, 99-106
– V. Reinhardt, Blutiger Karneval, 2009

Autorin/Autor: Urban Fink