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Feigel, Sigi

geboren 15.5.1921 Zürich, gestorben 28.8.2004 Zürich, isr., seit 1928 von Mellingen. Sohn des Leo, Weisswaren-Verkäufers aus Beresow (Russland), und der Tema geb. Capitancik. ∞ 1949 Eva Heim, Tochter des Henri. 1933-39 Kantonsschule in Luzern, dann Aktivdienst und Stud. der Rechte in Zürich, 1949 Dr. iur., darauf Übernahme der Textilfirma des Schwiegervaters. 1983 Anwaltspatent. 1972-87 Präs. der Israelit. Cultusgemeinde Zürich (ICZ), danach ihr Ehrenpräsident. Unter F.s Leitung führte die ICZ das Frauenstimmrecht ein, kämpfte 1985-86 um die Erweiterung des Friedhofs, öffnete sich durch Synagogenführungen und öffentl. Vorträge mit prominenten Rednern einer breiten Öffentlichkeit und versuchte, neue Mitglieder unter Juden anzuwerben, die keiner jüd. Gemeinde angehörten. F. war an der Gründung versch. Organisationen und an Publikationen gegen Fremdenhass, Rassismus und Antisemitismus beteiligt. 1984-96 war er Mitglied der Geschäftsleitung des Schweiz. Israelitischen Gemeindebundes, der für die Rückgewinnung von Geldern kämpfte, die Juden vor 1939 bei Schweizer Banken deponiert hatten. F. kritisierte dabei auch den Jüd. Weltkongress. 1998 Dr. h.c. der Univ. Zürich.


Archive
– AfZ, Nachlass
Literatur
Antisemitismus, hg. von E. Braunschweig, 1991
– K. Obermüller, Schweizer auf Bewährung, 1998
NZZ, 29.8.2004

Autorin/Autor: Robert Uri Kaufmann