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Stehlin, Johann Jakob

geboren 20.1.1803 Basel, gestorben 18.12.1879 Basel, ref., von Basel. Sohn des Johann Jakob, Zimmermeisters, und der Jakobea geb. Hoch. Bruder des Hans Georg ( -> 3). Neffe des Hans Georg ( -> 2). ∞ 1825 Margaretha Hagenbach, Tochter des Karl Friedrich Hagenbach. Schwager des Karl Rudolf Hagenbach. S. besuchte die öffentl. Schulen in Basel sowie die Schule der Herrenhuter Brüdergemeine. Er erhielt seine bautechn. Ausbildung in Deutschland und war in München, Wien, Berlin und Hamburg auf Wanderschaft. Bis 1853 führte S. als Zimmermeister und Architekt das väterl. Geschäft. Als einflussreiches Mitglied des Basler Baukollegiums bestimmte er die Entwicklung des Stadtkantons 1834-58 in Planungs- und Baufragen massgeblich mit. Die von S. errichteten Bauten fallen in die Zeit zwischen 1835 und 1856. Zu den wichtigsten zählen verschiedene herrschaftl. Wohnhäuser, die Sarasin'sche Bandfabrik in der St. Alban-Vorstadt mit dazugehörigem Wohnhaus (1844 bzw. 1838-39) und eine Reihe von Arbeiterhäusern im Quartier Breite (1851-56). Dem Liberalismus der 1830er Jahre verpflichtet, wirkte er 1833-72 im Basler Gr. Rat, 1847-75 im Kl. Rat, 1848 als Tagsatzungsgesandter, 1848-53 als Ständerat und 1853-75 als Nationalrat (1858-59 und 1867-68 Präs.). 1855 wurde S. zum Bundesrat gewählt, lehnte die Wahl jedoch ab. 1858-73 amtierte S. als Bürgermeister von Basel. Er beaufsichtigte die Erweiterung der Stadt, verbunden mit der Schleifung des alten Festungsgürtels und dem Bau von Parkanlagen und modernen Strassen. 1871-76 Vizepräsident des Verwaltungsrats der Gotthardbahn. 1848 eidg. Oberst, 1849 Bundeskommissär während des dritten bad. Aufstands.


Literatur
– Gruner, Bundesversammlung 1, 464
Architektenlex., 508 f.

Autorin/Autor: Romana Anselmetti