30/10/2008 | Rückmeldung | PDF | drucken | 
No 3

Kopp, Elisabeth

Dieser Artikel wurde für die Buchausgabe des HLS mit einem Bild illustriert. Bestellen Sie das HLS bei unserem Verlag.

geboren 16.12.1936 Zürich, ref., von Zumikon, Niederönz und Luzern. Tochter des Max Iklé. Enkelin des Adolph Iklé und des Georges Heberlein. ∞ 1960 Hans W. K. ( -> 7). Gymnasium in Bern, Rechtsstud. an der Univ. Zürich, 1960 Lizentiat. 1970 Gemeinderätin der FDP in Zumikon, 1972 Erziehungsrätin des Kt. Zürich, 1974 Gemeindepräs. von Zumikon, 1979-84 Nationalrätin, ab 1984 Vizepräs. der FDP Schweiz. Am 2.10.1984 wurde K. im ersten Wahlgang auf Vorschlag der freisinnigen Fraktion als erste Frau in den Bundesrat gewählt. Sie übernahm vom Zürcher Freisinnigen Rudolf Friedrich das EJPD. Während ihrer Amtszeit gehörte die Flüchtlings- und Ausländerpolitik zu den wichtigsten Themen (1986 Schaffung des Amtes des Delegierten für Flüchtlingswesen). Mit persönl. Engagement setzte sich K. für die Besserstellung der Frauen in der Gesellschaft ein; 1986 präsentierte sie dem Parlament den Bericht über das Rechtsetzungsprogramm "Gleiche Rechte für Mann und Frau". Weitere Schwerpunkte ihrer Tätigkeit waren Massnahmen gegen die Geldwäscherei, der Kündigungsschutz im Miet- und Arbeitsvertragsrecht, das Aktienrecht und der Umweltschutz.

Ein Telefonat aus dem EJPD, in dem K. ihrem Ehemann den Rücktritt aus dem Verwaltungsrat einer der Geldwäscherei verdächtigten Firma nahe legte, setzte sie im Herbst 1988 dem Vorwurf der Amtsgeheimnisverletzung aus. Die Affäre weitete sich zu einem polit. Skandal aus, der zum vorzeitigen Ende ihrer polit. Laufbahn führte. Am 12.1.1989 trat K. mit sofortiger Wirkung von ihrem Amt zurück. Im Nov. 1989 wurde der Bericht einer Parlamentar. Untersuchungskommission veröffentlicht, der die Demission im Nachhinein als unvermeidbaren Schritt bezeichnete. 1990 sprach das Bundesgericht K. von der Verletzung des Amtsgeheimnisses frei. In den folgenden Jahren war sie wieder als Juristin tätig und engagierte sich vermehrt in der Öffentlichkeit, etwa als Referentin. Politisch setzte sich K. u.a. 2002 für den UNO-Beitritt und 2004 für die Mutterschaftsversicherung ein.


Quellen
Vorkommnisse im EJPD: Ber. der Parlamentar. Untersuchungskomm. (PUK) vom 22. Nov. 1989, 1989
Literatur
– C. Duttweiler, K. & K., 1990
– Altermatt, Bundesräte, 595-600
– E. Girsberger, Abgewählt, 22004
Elisabeth K. - Eine Winterreise [Film], Regie: A. Brütsch, 2006

Autorin/Autor: Urs Altermatt