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Aubert, Pierre

geboren 3.3.1927 La Chaux-de-Fonds,gestorben 8.6.2016, ref., von Savagnier. Sohn des Jules-Alfred, Anwalts und Notars, und der Susanne-Henriette geb. Erni. ∞ Anne-Lise Borel, Tochter des Versicherungsvertreters Paul-Henri-Léon und der Marie-Anne geb. Calame. Nach dem lat.-neusprachl. Gymnasium in La Chaux-de-Fonds erwarb A. an der Univ. Neuenburg das Lizentiat der Rechtswiss., danach das Anwaltspatent. 1952-77 betrieb er eine Anwaltspraxis. 1971-77 präsidierte A. den Rat der Univ. Neuenburg. Für die SP übernahm er vorerst zwei lokale Mandate: 1960-68 als Generalrat von La Chaux-de-Fonds (Legislative) und 1961-75 als Neuenburger Grossrat (Präs. 1969). Im Rahmen seiner Funktion als Ständerat (1971-77) gehörte er 1974-77 der Parlamentar. Versammlung des Europarats in Strassburg an und war dort Generalberichterstatter der polit. Komm. Am 7.12.1977 wurde A. in den Bundesrat gewählt. Als Vorsteher des Polit. Dep. (seit 1979 Eidg. Dep. für auswärtige Angelegenheiten), das er bis zu seinem Rücktritt 1987 leitete, vertrat A. eine offene, grosszügige Politik auf der Grundlage der aktiven Neutralität (Solidarität, Disponibilität, Universalität), für die sich schon seine Vorgänger Max Petitpierre und Pierre Graber eingesetzt hatten. Seine Reisetätigkeit, die ihn nach Schwarzafrika, Lateinamerika, in den Nahen und Fernen Osten führte, stand im Zeichen der Entwicklungspolitik und eines stärkeren Engagements der Schweiz für die Menschenrechte. Seinem Einsatz für einen schweiz. Uno-Beitritt blieb der Erfolg versagt (1986 vom Volk abgelehnt). 1983 und 1987 war A. Bundespräs. Von Mai bis Nov. 1981 präsidierte er das Ministerkomitee des Europarats. A. wurde zum Grossoffizier der franz. Ehrenlegion ernannt und erhielt das Grosskreuz des Verdienstordens der ital. Republik. Des Weitern übernahm A. das Präsidium der Sektion Montagnes neuchâteloises des TCS und das Vizepräsidium des Zentralvorstands der Ges. Schweiz-Israel.


Literatur
– Altermatt, Bundesräte, 569-574

Autorin/Autor: Eric-André Klauser / MF