• <b>Fritz Honegger</b><br>Der Bundespräsident und Papst Johannes Paul II. im Juni 1982  © KEYSTONE/Archiv. Während seines Pastoralbesuchs bei den internationalen Organisationen in Genf trug sich der Papst zusammen mit Fritz Honegger in das Goldene Buch des Flughafens Cointrin ein.

No 9

Honegger, Fritz

geboren 25.7.1917 Hauptwil, gestorben 4.3.1999 Zürich, ref., von Fischenthal. Sohn des Fritz Otto, Textilunternehmers. ∞ Lucienne Jacot. Oberrealschule, Stud. und Promotion in Nationalökonomie in Zürich. Mitglied der Zofingia. 1942 Sekr. der Schweiz. Uhrenkammer in La Chaux-de-Fonds, 1944 Sekr. der Zürcher Seidenindustriegesellschaft, 1961 Direktor der Zürcher Handelskammer. Damit war H. in eine massgebende Position im Wirtschafts- und Finanzzentrum Zürich aufgestiegen. H. trat schon als Student der Freisinnigen Partei bei. 1957-75 Zürcher Kantonsrat, 1958-66 Gemeindepräs. von Rüschlikon, 1967-77 Ständerat, 1974-78 Präs. der FDP Schweiz. Als Milizoffizier 1963 Oberst. Nach dem Rücktritt von Bundesrat Ernst Brugger wurde H. allgemein als der geeignete Nachfolger betrachtet und am 7.12.1977 im ersten Wahlgang mühelos gewählt. H. hatte dieses Amt nicht gesucht, vielmehr schon einmal, 1969, abgelehnt. Als Bundesrat zeichnete er sich wie zuvor als Ständerat durch eine ruhige, nach Verständigung strebende Politik aus. Hektischer Gesetzesproduktion war er abgeneigt. So kam es während seiner Amtszeit (1978-82, 1982 Bundespräs.) im Volkswirtschaftsdepartement nur zu drei grösseren Gesetzen: dem Kartellgesetz, dem Berufsbildungsgesetz und dem Gesetz über die Arbeitslosenversicherung. H. empfand auch wenig Freude an Auslandreisen. Der Förderung schweiz. Exporte diente 1979 eine Reise nach China. Auf Medienkontakte und öffentl. Auftritte als Redner legte H. wenig Wert. Sein Anliegen war es, Ruhe und Zuversicht zu verbreiten. Seine grösste Wirkung zeigte sich in den Kommissionen, wo er als fairer Verhandlungspartner galt, dem es gelang, auch für widersprüchlichste Forderungen eine Lösung zu finden. Nach seinem Rücktritt übernahm er zahlreiche Verwaltungsratsmandate (u.a. SKA, Elektrowatt, Sulzer, Zschokke, NZZ, Rentenanstalt) sowie versch. karitative Ehrenämter (u.a. Pestalozzi-Stiftung, Schweiz. Sporthilfe).

<b>Fritz Honegger</b><br>Der Bundespräsident und Papst Johannes Paul II. im Juni 1982  © KEYSTONE/Archiv.<BR/>Während seines Pastoralbesuchs bei den internationalen Organisationen in Genf trug sich der Papst zusammen mit Fritz Honegger in das Goldene Buch des Flughafens Cointrin ein.<BR/>
Der Bundespräsident und Papst Johannes Paul II. im Juni 1982 © KEYSTONE/Archiv.
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Literatur
– Altermatt, Bundesräte, 563-568
NZZ, 5.3.1999

Autorin/Autor: Sigmund Widmer