• <b>Hans Hürlimann</b><br>Als Vorsteher des Departements des Innern bei der Einweihung der neuen Gebäude der ETH Zürich Hönggerberg am 10. Mai 1974  © KEYSTONE/Photopress. 1974 wurde die erste Phase der Erweiterung der ETH Zürich abgeschlossen.

No 5

Hürlimann, Hans

geboren 6.4.1918 Walchwil, gestorben 22.2.1994 Zug, kath., von Walchwil. Sohn des Peter Johann, Schmieds, und der Katharina geb. Rust. ∞ Marie-Theres Duft, Tochter des Johannes Duft. Nach Abschluss der Stiftsschule Einsiedeln 1939 studierte H. in Freiburg und in Bern, schloss 1943 als Dr. iur. ab und erwarb 1946 das Anwaltspatent. Im gleichen Jahr wurde er Rechtskonsulent, 1949 Stadtschreiber von Zug (bis 1954). Seinen polit. Aufstieg begann H. 1947 als Kantonsrat und als kath.-konservativer Parteifunktionär (1952-54 Präs. der Kantonalpartei). Schon 1954 wurde er Regierungsrat, war daneben als Anwalt tätig und stieg in der Armee bis zum Generalstabsoberst auf. In der Regierung, in der er eine der massgebenden Persönlichkeiten war, amtierte er 1954-62 als Justiz-, Polizei- und Militärdirektor, dann bis 1973 als Erziehungs- und Kultusdirektor (Landammann 1965 und 1966). 1965 war er Mitgründer der Innerschweizer, 1968-73 Präs. der schweiz. Erziehungsdirektorenkonferenz.

<b>Hans Hürlimann</b><br>Als Vorsteher des Departements des Innern bei der Einweihung der neuen Gebäude der ETH Zürich Hönggerberg am 10. Mai 1974  © KEYSTONE/Photopress.<BR/>1974 wurde die erste Phase der Erweiterung der ETH Zürich abgeschlossen.<BR/>
Als Vorsteher des Departements des Innern bei der Einweihung der neuen Gebäude der ETH Zürich Hönggerberg am 10. Mai 1974 © KEYSTONE/Photopress.
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Die bundespolit. Laufbahn begann 1967 mit der Wahl in den Ständerat (bis 1973), wo H. zeitweise Präs. der Geschäftsprüfungskommission war. Schon 1971 stand er als Bundesratskandidat zur Diskussion, im Dez. 1973 wurde er als nichtoffizieller CVP-Kandidat in den Bundesrat gewählt (1979 Bundespräs.). In seiner Amtszeit 1974-82 wurden wichtige Vorhaben aus dem ganzen Bereich seines Dep. des Innern verwirklicht: Ausbau der Sozialwerke (z.B. 9. AHV-Revision, Drei-Säulen-Prinzip der Altersvorsorge), Umweltschutzgesetz, Nationalstrassenausbau (u.a. Gotthardtunnel), Erweiterung der eidg. Hochschulen, Hochschulförderungsgesetz. Nach dem Rücktritt lehrte H. in Freiburg über öffentl.-rechtl. Themen. H. war ein aufgeschlossener, sozial engagierter, wertkonservativer, kath. Föderalist und Staatsmann, der aus staatspolit. Gründen zum Kollegialsystem stand und mit grosser Sachkunde eine pragmatische, auf Konsens bedachte und dadurch erfolgreiche Politik betrieb.


Archive
– BAR, Teilnachlass
Literatur
– Altermatt, Bundesräte, 551-556
– F. Cotti, Hans H., Bundesrat, 6. April 1918-22. Febr. 1994, 1994, (Trauerreden)

Autorin/Autor: Renato Morosoli